Schindler will schneller wachsen und investiert in Asien

Schindler will schneller wachsen und investiert in Asien

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2012 konnte Schindler Umsatz- und Auftragszahlen steigern. Im Kampf um Marktanteile vor allem in Fernost will der Lift- und Rolltreppen-Hersteller noch rascher wachsen. Er investiert innert drei Jahren 260 Millionen Franken in neue Fabriken und Anlagen.

 

Vergangenes Jahr ging es bei Schindler steil nach oben: Der Konzern steigerte den Auftragseingang um 8,7 Prozent, den Umsatz um 5,1 Prozent. Der Reingewinn kletterte um 21,5 Prozent auf 750 Mio. Franken.

Sieben von zehn neuen Liftanlagen sind 2012 in China und Indien entstanden. Um sich in der wirtschaftlich stark wachsenden Region gegen die Lift-Konkurrenten wie Kone, ThyssenKrupp und Otis behaupten zu können, will Schindler nun noch stärker wachsen. So verkündete denn Verwaltungsratspräsident Alfred N. Schindler heute Dienstag an einer Medienkonferenz einen Strategiewechsel: Wachstum sei zur Priorität Nummer Eins geworden. Das Unternehmen wolle seine Präsenz vor allem in den Boomregionen China und Indien erhöhen. Das bisherige Managementziel, nämlich eine EBIT-Marge von 14 Prozent, stehe nicht mehr unmittelbar im Vordergrund, so Schindler. Für das vergangene Jahr wies das Unternehmen ein Betriebsergebnis von 1,029 Mrd. Franken aus, was einer EBIT-Marge von 12,5 Prozent entspricht.

Die Schindler-Aktien verloren am Dienstag nach Veröffentlichung der Jahreszahlen an Wert. Zum Börsenschluss lag der Kurs 1,4 Prozent unter dem Wert des Vortages. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Leader Index (SLI) lag 0,9 Prozent im Plus.

Neue Werke in China, Indien und den USA

Um die Produktionskapazitäten zu erhöhen will Schindler im laufenden Jahr 130 Millionen, im  2014 100 Mio. und im 2015 30 Mio. in neue Fabriken und Büros investieren. Die Arbeiten für drei neue Werke im chinesischen Shanghai, im indischen Maharashtra und im US-amerikanischen Pennsylvania haben bereits begonnen. Insgesamt will Schindler gemäss Finanzchef Erich Ammann im laufenden Jahr rund 2000 Stellen schaffen. Heute zählt das Unternehmen mit Konzernsitz in Hergiswil NW weltweit gut 45'200 Beschäftigte. Grund für die Expansionsstrategie ist die erwartete steigende Nachfrage nach neuen Aufzügen und Rolltreppen, wie Schindler-CEO Jürgen Tinggren erklärte. So würden durch die Urbanisierung und in den aufstrebenden Ländern mehr Gebäude mit Liften gebaut. Daneben verlange die immer älter werdende Bevölkerung mehr Komfort und Sicherheit. Ausserdem würden weltweit neue, energiesparendere Anlagen nachgefragt.

Fürs laufende Jahr erwartet das Unternehmen eine Umsatzsteigerung von 6 Prozent in Lokalwährungen und einen Konzerngewinn im Rahmen von 740 bis 790 Mio. Franken. Die Dividende für 2012 soll um zehn Prozent auf 2,20 Franken pro Aktie erhöht werden. Neben Asien dürfte sich gemäss Schindler das Wachstum auch in Nord-, Mittel- und Südamerika fortsetzen. In Nordeuropa rechnet der Liftbauer mit einem leichten Wachstum, während er in Südeuropa von einer Stabilisierung auf tiefem Niveau ausgeht.

Zudem skizziert Verwaltungsratspräsident Schindler die technologische Entwicklung in der Rolltreppen- und Fahrstuhlindustrie. Die Gebäudetechnik „PORT“ gewinne weiter an Bedeutung; Diese ermögliche in Wolkenkratzern etwa die Identifikation von Liftpassagieren für Sicherheitszwecke, die Kontrolle von Besucherströmen bis hin zur effizienten Evakuierung von Gebäuden.

Alfred N. Schindler bleibt noch fünf Jahre

Das Unternehmen gab am Dienstag auch Veränderungen im Verwaltungsrat bekannt: Der Wirtschaftsjurist Peter Athanas – laut dem Konzern „aus persönlichen Gründen“ -  ist neu nicht mehr Verwaltungsrat sondern Senior Executive Vice President Corporate Development. Des Weiteren soll die Generalversammlung drei neue Mitglieder ins Gremium wählen, darunter Carole Vischer, ein Mitglied der Familie Schindler-Bonnard in der 5.

Generation. Nebst dem in Asien tätigen Manager Anthony Nightingale soll auch Monika Bütler, Professorin an der Hochschule St.Gallen und Mitglied des Bankrats der Schweizerischen Nationalbank (SNB) den Verwaltungsrat von Schindler ergänzen. Und Verwaltungsratspräsident Alfred N. Schindler will noch mindestens fünf Jahre, also bis 2017, im Amt bleiben, wie er an der Medienkonferenz sagte. (mai/sda)