Schindler setzt Wachstumskurs fort

Schindler setzt Wachstumskurs fort

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Im ersten Halbjahr setzte der Luzerner Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler seinen Wachstumskurs fort und verbesserte gleichzeitig die Profitabilität. Der Konzern konnte trotz des starken Frankens mehr Aufträge an Land ziehen.

Schindler übertraf mit neuen Aufträgen im Wert von 4,98 Mrd. Fr. übertraf geringfügig den Wert vom Vorjahr. In Lokalwährungen resultierte ein Plus von 3,7 Prozent. Während der ersten sechs Monate 2015 stieg der Umsatz um 3,5 Prozent auf 4,49 Mrd. Franken. In Lokalwährungen, das heisst ohne den negativen Franken-Effekt, hätte der Zuwachs sogar 7,4 Prozent betragen, wie Schindler am Freitag mitteilte. Alle Regionen trugen zum Wachstum bei, am stärksten der Raum Asien/Pazifik, gefolgt von Nord- und Südamerika und Europa.                           

Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf 476 Mio. Franken. Es lag damit rund 9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um Sondereffekte verbesserte sich das Betriebsergebnis um 7,7 Prozent und in Lokalwährungen um fast 15 Prozent.

Schindler erzielte im ersten Halbjahr einen Gewinn von 358 Mio. Franken. In absoluten Zahlen verdiente der Konzern im vergangenen Jahr zwar leicht mehr, doch war damals ein Sondergewinn im Zusammenhang mit dem Shoppingcenter Mall of Switzerland angefallen. Ohne diesen Sonderfaktor betrug das Gewinnwachstum 6,5 Prozent.

Wichtiger chinesischer Markt

Die „erfreuliche Leistung“ des Industrieunternehmens begründete Konzernchef Silvio Napoli unter anderem mit dem Ausbau der Marktstellung in den Wachstumsmärkten, aber auch mit dem Geschäft in China: Dort sei das Joint- Venture XJ-Schindler konsolidiert worden, lässt sich Napoli im Communiqué zitieren. Das starke Wachstum in Asien führte laut Finanzchef Erich Ammann dazu, dass Schindler mittlerweile regional besser ausbalanciert ist. So sei der Anteil der drei Regionen Asien, Europa und Amerika nun ausgewogen. Bislang hatte Europa einen höheren Anteil.

Der Konzern geht aber davon aus, dass der globale Lift- und Rolltreppenmarkt im laufenden Jahr nur geringfügig wachsen wird. Das gilt laut Schindler insbesondere für China, als weltweit wichtigster Neuanlagenmarkt. Dennoch zeigte sich das Schindler-Management nicht allzu besorgt über die chinesische Baukonjunktur. „Wir wollen Marktanteile gewinnen“, sagte Napoli im Rahmen einer Telefonkonferenz. Dies gelte auch, wenn der Markt nun weniger schnell wachse. Ein Mittel dazu sei beispielsweise eine breitere regionale Präsenz.

Auch die kürzlichen Abwertungen der chinesischen Währung machen wenig Bauchweh. Gegenüber dem Franken sind die Effekte gemäss Napoli gering. Die schwächere chinesische Währung sei für Schindler mit seinen Produktionsstandorten im Reich der Mitte zudem auch eine Chance.

Gutes Wachstum im asiatischen und pazifischen Raum

Die übrigen Märkte im Raum Asien/Pazifik und Indien dürften laut Schindler auch im zweiten Halbjahr ein gutes Wachstum verzeichnen. Der Lift- und Rolltreppenhersteller rechnet auch mit einem weiteren Wachstum des US-Marktes, aber mit einem rückläufigen Markt in Südamerika. Uneinheitlich bleibe die Entwicklung in Europa.

Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet Schindler einen Konzerngewinn zwischen 700 und 750 Mio. Franken. Der Umsatz soll in Lokalwährungen um sechs bis acht Prozent steigen, sofern nicht unerwartete Ereignisse dies verhindern. Bei der Marge sei auf kurze Sicht allerdings keine markante Verbesserung zu erwarten, sagte Finanzchef Ammann. Denn sie sei in der zweiten Jahreshälfte üblicherweise tiefer als in der ersten wegen des höheren Anteils an Neuinstallationen.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Schindler die Erwartungen der Analysten ziemlich genau getroffen. Diese hatten im Schnitt mit einem Auftragseingang von 4,99 Mrd. Franken, einem Umsatz von 4,50 Mrd. Franken, einem Betriebsergebnis von 469 Mio. Fr. und einem Konzerngewinn von 354 Mio. Fr. gerechnet. (sda/mai)