Schattenseiten der Solarmodule

Schattenseiten der Solarmodule

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Teaserbild-Quelle: Uwe Steinbrich / pixelio.de
Während die Hauptbestandteile der auf Silizium basierenden Solarmodule weitgehend problemlos wiederverwertet werden können, ist die Entsorgung der immer öfter eingesetzten Dünnschichtmodule schwieriger. Sie enthalten giftige Stoffe wie Blei und Cadmium. Damit rückt eine Recyclinggebühr wie beim Elektroschrott näher.
 
Uwe Steinbrich  / pixelio.de
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Noch ist vor allem die Montage von Solarmodulen ein Thema, doch schon bald wird auch ihre Entsorgung immer wichtiger.
 
Heute geht es vor allem um den Auf- und Ausbau von Photovoltaikanlagen. Doch das dürfte sich ändern: Wegen ihrer etwa 30-jährigen Lebensdauer gibt es zwar noch einen kleinen, aber zunehmend wachsenden Entsorgungsbedarf. Bei den heute am häufigsten montierten Anlagen sind die Hauptbestandteile der verwendeten Materialien Glas, das Silizium der Solarzellen, Aluminium etwa für die Rahmen, Kunststoffe für Abdichtungen und Kabel. Dabei handelt es sich überwiegend um Bestandteile, die gut wieder verwertet und entsorgt werden können.

Recycling wird obligatorisch

Die immer häufiger verwendeten Dünnschichtmodule, die Cadmium und Blei enthalten können, sorgen jedoch für ein erhebliches Entsorgungsproblem mit entsprechenden Kostenfolgen. Der Bund will dieses Problem nun anpacken. Wie die NZZ am Sonntag berichtete, will das Bundesamt für Umwelt will das Recycling von Solarzellen vorerst für obligatorisch erklären und dafür - ähnlich wie beim Elektro-Schrott - eine vorgezogene Recyclinggebühr erheben. Wie hoch diese sein soll, steht allerdings noch nicht fest. Wenn auch die Solarbranche ist grundsätzlich dafür ist, Recyclingfragen rechtzeitig anzugehen, macht sie Vorbehalte bei den am meisten gebräuchlichen Silizium-Solarmodulen, die nicht wie Elektroschrott behandelt werden sollten. Ihre sachgemässe Entsorgung durch Verbrennung entspricht eher den Verfahren für den Bau.

Aufwendige Regulierung in der EU

Auch in der EU ist man daran, verbindliche Lösungen zu finden. Dafür soll die so genannte WEEE-Richtlinie (Waste Electrical and Electronic Equipment) sorgen. Sie sieht vor, in allen EU-Staaten Sammelsysteme für Schrott-Module einzuführen. Vorgesehen ist ausserdem, jedes einzelne Modul in demjenigen Land registrieren zu lassen, in dem es verkauft wird. Für die gegen asiatische Konkurrenz ums Überleben kämpfenden Unternehmen ist das ein grosser bürokratischer Aufwand. Den innerhalb weniger Monate für Solar-Module aus Deutschland von 1,7 Euro auf 1,15 Euro pro Watt gesunkenen Preis, unterbieten chinesische Firmen mit Preisen um 0,85 Euro pro Watt massiv. Würde der Preis um eine zusätzliche Recyclinggebühr erhöht, könnte dies für einige Unternehmen das Aus bedeuten. (mai)