SBV will LMV bis 2016 verlängern

SBV will LMV bis 2016 verlängern

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Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) lehnt Verhandlungen über einen neuen Landesmantelvertrag (LMV) ab und will den bestehenden LMV bis Ende 2016 verlängern. Das sorgt für Ärger und Unverständnis bei den Gewerkschaften Unia und Syna. Sie drohen mit Kampfmassnahmen.

Vergangene Woche hatten der SBV, die Allianz Bau und die Gewerkschaften Unia und Syna mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) versucht, eine Einigung in den strittigen Fragen rund um die Vollzugsverbesserung des LMV Bau zu erzielen. Allerdings ohne grossen Erfolg: Die Beschlüsse sind  in einer Protokollnotiz festgehalten worden. Dieser hatten der SBV und das Seco zugestimmt, nicht aber die Unia.

Nach Ansicht des SBV sind damit die Voraussetzungen für Gespräche und Verhandlungen zwischen SBV und Unia weiterhin nicht gegeben. Um einen vertragslosen Zustand  zu verhindern, schlägt der SBV nun vor, den LMV bis Ende 2016 zu verlängern. Er hat der Unia deshalb heute eine entsprechende Vereinbarung zugestellt. Unterschrieben die Gewerkschaften, dann sei der Fortbestand des arbeitnehmerfreundlichsten GAV der Schweiz definitiv gesichert, hält der SBV dazu fest. Zudem verweist der Verband darauf, dass dies angesichts der sich verdüsternden konjunkturellen Aussichten „keine Selbstverständlichkeit“ sei. So schreibt der LMV laut den Baumeistern Mindestlöhne für das Bauhauptgewerbe vor, die „deutlich“ über jenen der meisten andern handwerklichen Branchen liegen.

Dies sehen die Gewerkschaften anders. Unia und Syna beharren auf ihrer Position und fordern eine weiterhin garantierte Frühpensionierung mit 60 Jahren, zudem verlangen sie einen besseren Schutz vor gefährlichen Arbeitsbedingungen bei Regen und Schnee sowie wirksamere Massnamen gegen Lohndumping. Eine Verlängerung des Vertrags ohne die dringenden Probleme zu lösen, komme für die Gewerkschaften nicht in Frage, erklärte Unia-Sprecher Misch von Arb heute gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. 

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, organisieren die Gewerkschaften diesen Samstag eine Demonstration durch die Zürcher Innenstadt. Die Bauarbeiter würden nach den Sommerferien über Kampfmassnahmen abstimmen, heisst es in der Medienmitteilung von Unia und Syna. Wenn die Baumeister auch im November noch nicht Hand zu einer Lösung geboten hätten, seien landesweit Protest- und Aktionstage zu erwarten. (mai/mgt/sda)