SBV und CS: Solide Baukonjunktur im 2014

SBV und CS: Solide Baukonjunktur im 2014

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Wegen des immer noch hohen Auftragsbestandes prognostiziert der Bauindex der Credit Suisse und des Baumeisterverbandes (SBV) für 2014 eine stabile Baukonjunktur - trotz rückläufiger Baubewilligungen. Mögliche Auswirkungen der Masseneinwanderungsinitiative, des Zweitwohnungsgesetzes und der verschärften Raumplanung schaffen Unsicherheit.

Im zweiten Quartal liegt der Gesamt-Index +2.1% über dem Vorquartal und +3% über dem Vorjahresquartal.

Tiefbau: Steigerungen auf hohem Niveau

Die Steigerung der Indexkomponente von +1,7% zum Vorquartal spiegelt die hohen Ansprüche an Infrastruktur-Ausbau und -Unterhalt. Dennoch können keine markanten Wachstumsimpulse für die kommenden Quartale erwartet werden. Verschiedene Grossprojekte, zum Beispiel die Zürcher Durchmesserlinie, nähern sich ihrem Abschluss. Bei der öffentlichen Verwaltung ist angesichts teilweise unausgeglichener Haushalte und Schuldenbremse mehr sparen angesagt. Und bei der SBB führen höhere Unterhaltskosten für das Schienennetz zu einem sparsameren Ausgabeverhalten in Sachen Infrastruktur. In Bezug auf grosse öffentliche Tiefbauprojekte dürften die Diskussionen um neue Finanzierungslösungen zunehmen.

Hochbau: Bescheidene Wachstumsimpulse für 2015

Insgesamt verzeichnet die Sparte Hochbau eine Zunahme von +3% gegenüber dem ersten Quartal. Dazu beigetragen hat die positive Nachfrageentwicklung im Wirtschaftsbau. Begründet durch einen weiterhin ansprechenden Konjunkturverlauf bei tiefen Zinsen, verzeichnet dieser einen Wachstumssprung von +10%. Dagegen stabilisiert sich der Wohnungsbau auf hohem Niveau. Die nach wie vor gut gefüllten Auftragsbücher lassen eine starke zweite Jahreshälfte 2014 mit stabilen Umsätzen erwarten. Auf eine nachlassende Baunachfrage nach 2014 lässt der Rückgang von Baugesuchen um –12% im Halbjahresvergleich schliessen.

Produktivitätsbasiertes Wachstum

Vor allem im Hochbau erfolgte das Wachstum der letzten Jahre ohne markanten Beschäftigungsaufbau in der Ausführung. Das (geringe) Beschäftigungs-Wachstum im Bau insgesamt erfolgte vor allem in den Bereichen Planung, sowie im kaufmännischen und technischen Bereich. Produktivitätssteigerungen entstanden somit in vielen Unternehmen durch einen Ausbau der Kompetenzen. Wer besser plant, kann effizienter bauen. Von 2001 bis 2013 werden die Produktivitätssteigerungen im Bauhauptgewerbe auf ca. +33% beziffert. Dem stehen Volumensteigerungen bei Hochbauprojekten um +50% gegenüber.

Neubau-Schwerpunkte

Die Bausumme eingereichter Baugesuche als Indikator für die regionale Baunachfrage verzeichnet grosse regionale Unterschiede. Eine stärkere Neubauplanung als im Mittel der letzten zehn Jahre findet sich im Jurabogen, in den Kantonen Freiburg, Schwyz, in Teilen der Ostschweiz und in der Stadt Zürich, wo vor allem der Wohnraum knapp ist. Die Nutzungsformen und damit die Auftraggeber der Projekte sind heterogen. Viele Projekte finden sich in diesen "überdurchschnittlichen" Gebieten im Gesundheitswesen, im Wohnungswesen und in der Industrie. Abgeschwächt hat sich die Planung von Büroflächen.

Umbauschwerpunkte

Privathaushalte, Unternehmen und die öffentliche Hand nutzen immer noch die tiefen Zinsen für Sanierungen, Umbauten, Erweiterungen. Das Gesamtvolumen eingereichter Umbaugesuche liegt in den letzten sechs Monaten mit +5,1% weniger markant über dem langjährigen Mittel. Vor allem im Alpenraum hat die zuletzt starke Umbauplanung, vor allem auch bei Hotelprojekten, deutlich abgenommen. (mai)