SBB: Gutes Konzernergebnis dank Immobilienverkäufen

SBB: Gutes Konzernergebnis dank Immobilienverkäufen

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Die SBB blicken zufrieden auf das Geschäftsjahr 2016 zurück. Das Konzernergebnis stieg an, der Güterverkehr ist wieder in der Gewinnzone. Weiter in die roten Zahlen abgerutscht ist der Bereich Infrastruktur.

Das Konzernergebnis stieg im letzten Jahr um 135 Millionen Franken auf 381 Millionen Franken, wie das Bahnunternehmen am Dienstag mitteilte. Der Anstieg gehe hauptsächlich auf Immobilienverkäufe zurück, auf ein verbessertes Finanzergebnis und die Erholung im Güterverkehr. Das Betriebsergebnis hingegen war rückläufig (minus 19 Prozent). Der Free Cash Flow lag bei minus 540 Millionen (Vorjahr: minus 523). Die verzinsliche Nettoverschuldung erhöhte sich auf rund 8,8 Milliarden (Vorjahr: rund 8,25). Der Schuldendeckungsgrad, also die verzinsliche Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA, erhöhte sich auf 7,3 (Vorjahr: 6,9). Als Grund geben die SBB Sonderfaktoren wie die Stabilisierung der Pensionskasse und Mehrleistungen beim Netzunterhalt an.

Von Bund und Kantonen erhielten die SBB für den Betrieb und den Unterhalt der Infrastruktur, Ausbauten sowie den bestellten Regionalverkehr knapp 2,5 Millionen Franken (plus 7,7 Prozent). Der Betrag sei vorab aufgrund von höherem Unterhalt und Betrieb – worin auch die Übernahme des Gotthard-Basistunnels und der Durchmesserlinie Zürich abgebildet seien – angewachsen.

Güterverkehr wirft Gewinn ab

In die Gewinnzone zurückgekehrt ist der Güterverkehr – und dies in einem "nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Umfeld", das sich für den Binnengüterverkehr und Export weiter akzentuiere. Während im Vorjahr noch ein Verlust von 22 Millionen Franken resultiert hatte, blieb 2016 unter dem Strich ein Ergebnis von 1 Million Franken. Das positive Ergebnis habe dank erneutem Wachstum bei SBB Cargo International, weiteren Effizienzsteigerungen in der Produktion sowie der Senkung der Strukturkosten bei SBB Cargo Schweiz erreicht werden können, schreiben die SBB.

Insgesamt hat SBB Cargo letztes Jahr mehr Güter befördert. Die Anzahl Nettotonnenkilometer stieg um 9,9 Prozent auf einen Rekordwert von 16‘559 Millionen. Rückläufig sind hingegen die Verkehrsmengen im Binnenverkehr.

Infrastruktur im Minus

Weiter in die roten Zahlen abgerutscht ist dagegen der Geschäftsbereich Infrastruktur. 103 Millionen Franken Verlust standen Ende Jahr zu Buche und damit 7 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. „Auch 2016 haben die SBB aus eigenwirtschaftlichen Mitteln 123 Millionen Franken für die Bahninfrastruktur geleistet, unter anderem weil nicht alle Mehrkosten im Unterhalt durch die Leistungsvereinbarung gedeckt waren“, heisst es dazu.

Sparprogramm läuft weiter

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, hält die SBB-Spitze am angekündigten Millionen-Sparprogramm "RailFit20/30" fest. Bis 2020 sollen in diesem Rahmen 1400 Stellen abgebaut und die Kosten um 1,2 Milliarden Franken gesenkt werden. Gleichzeitig sollen auch 200 neue Stellen geschaffen werden, vor allem bei der Reinigung und beim Zugpersonal. Entlassungen soll es nur wenige bis keine geben.

Gutes Ergebnis bei den Immobilien

Gut läuft es im Bereich Immobilien: Dieser Zweig erreichte mit 433 Millionen Franken ein höheres Ergebnis (vor Ausgleichszahlungen) als im Vorjahr (342 Millionen). Dazu beigetragen hätten Verkäufe, und zwar im Umfang von 221 Millionen Franken (Vorjahr: 140). Ausserdem haben die Mieten aus Bahnhöfen und Anlageprojekten höhere Erträge abgeworfen.

Ausbauprojekte auf Kurs

Zu den wichtigen Ausbauprojekten gehören – nachdem der Gotthard-Basistunnel in Betrieb ist – jetzt der Eppenbergtunnel zwischen Aarau und Olten sowie „Léman 2030“ in der Westschweiz, die Ost-West-Achse.

Mit dem Vierspurausbau zwischen Olten und Aarau steigern die SBB die Kapazität der Hauptschlagader des Schweizer Bahnnetzes ab 2020. Mit „Léman 2030“ erhält auch der Westen des Landes ein besseres Angebot in Form von mehr Verbindungen, ausgebauten Bahnhöfen und mehr Kapazitäten in den Zügen. Hierfür liefert Bombardier Doppelstockzüge für den Fernverkehr. Bombardier werde alles unternehmen, damit diese Züge noch dieses Jahr zugelassen würden, schreiben die SBB. Das sei möglich, aber anspruchsvoll. „Wir werden die Züge erst einsetzen, wenn sie ohne Kinderkrankheiten verkehren.“

Sehr pünktlich

Die SBB beförderten im vergangenen Jahr täglich 1,25 Millionen Passagiere und damit mehr als je zuvor. Zudem habe das Bahnunternehmen so viele Stammkunden wie noch nie vorher. Allerdings wurde das Preis-Leistungsverhältnis von den Kunden kritischer bewertet. Dies zeige die Notwendigkeit, dass sich die SBB weiterhin für "zumindest stabile Preise" einsetze, schreibt der Konzern.

Zufriedener fielen die Kundenbewertungen punkto Sauberkeit und Platzangebot aus. Auch in Sachen Pünktlichkeit bleiben die SBB im europäischen Vergleich vorbildlich. 88,8 Prozent aller Fahrgäste seien pünktlich ans Ziel gekommen – dies sei ein Prozentpunkt mehr als 2015 und der höchste Wert seit fünf Jahren. (sda/mt)