SBB beseitigt Engpass bei Bern

SBB beseitigt Engpass bei Bern

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Mit einem 300 Meter langen Tunnel beseitigen die SBB einen Engpass beim Bahnhof Bern: Die Bauarbeiten für das Grossprojekt "Entflechtung Wylerfeld" wurden offiziell gestartet.

Auch wenn es bis zum Baustart des neuen Tunnels noch zwei Jahre dauert, kam der  feierliche Spatenstich nicht zu früh: Denn dort, wo einst der Tunnel gebaut werden soll, befinden sich derzeit noch vier Gleisspuren. Sie müssen bis 2018 einzeln abgebaut und ein paar Meter südlich neu verlegt werden. Der Tunnel wird voraussichtlich 2022 in Betrieb genommen. Im Wylerfeld laufen die Bahnlinien Bern-Thun, Bern-Biel und Bern-Olten zusammen. Täglich verkehren auf diesen Strecken rund 900 Züge. Diese Zahl wird sich künftig noch vergrössern, allerdings besteht schon heute ein Kapazitätsengpass. Dass Hauptproblem liegt darin, dass sich die einzelnen Linien auf der gleichen Ebene kreuzen, und sich die Züge damit in die Quere kommen. "Das führt immer wieder zu Verspätungen", so Philippe Gauderon, Leiter Infrastruktur der SBB. Mit dem Tunnel soll der Bahnverkehr verflüssigt und eine Frequenzerhöhung ermöglicht werden. Die Bauarbeiten sind anspruchsvoll. Gauderon dazu: "Neben den Gefahren, die auf jeder Baustelle lauern, kommen hier noch der Bahnverkehr und der Starkstrom dazu."

Die Entflechtung Wylerfeld ist das erste Grossprojekt, um im Bahnknoten Bern eine Kapazitätserhöhung zu erreichen. In einem nächsten Schritt ist die Realisierung des Projekts "Zukunft Bahnhof Bern" vorgesehen. Der zweitgrösste Bahnhof der Schweiz soll bis 2035 in zwei Schritten ausgebaut werden.

Die Projektkosten belaufen sich auf rund 270 Millionen Franken. Den grössten Teil davon trägt der Bund; der Kanton Bern beteiligt sich mit einem Beitrag von 57 Millionen Franken. (mai/sda)