Sauter baut in Basel bis zu 100 Stellen ab

Sauter baut in Basel bis zu 100 Stellen ab

Gefäss: 

Die Sauter-Gruppe in Basel will wegen der Frankenstärke an ihrem Hauptsitz bis zu 100 Stellen abbauen. Wie viele der 300 Angestellten im Basler Stammwerk entlassen werden, ist noch offen.

Von den 100 Stellen sollen 50 ins deutsche Freiburg im Breisgau verlagert werden, wie das in der Gebäudeautomatisierung tätige Unternehmen mitteilte. Weitere 50 Arbeitsplätze gehen in Basel verloren durch die Vergabe einzelner Produktionsbereiche an Drittunternehmen. Diese sind nach Auskunft von Sauter-Chef Werner Karlen etwa in Deutschland, Sri Lanka oder Estland tätig.

Überraschend kommt der Stellenabbau in Basel nicht: Schon im April 2015 hatte das Unternehmen wegen der Aufhebung des Euro-Mindestkurse angekündigt, einen Zweitstandort in Deutschland aufzubauen und Arbeitsplätze aus Basel dorthin zu verlagern. Nun wurde für den Abbau in Basel das Konsultationsverfahren eröffnet, das noch bis zum 4. März dauert.

Der Zweitstandort befindet sich in Freiburg im Breisgau beim bereits bestehenden Sauter-Ableger. Dorthin sollen Teile der Produktion und der Verwaltung verschoben werden. Nach Unternehmensangaben sind in der Schweizer Produktion, von der 90 Prozent in den Export gehen, zwei Drittel der Angestellten Grenzgänger.

Noch ist laut Sauter-Geschäftsführer Karlen offen, wie viele Angestellte am Hauptsitz entlassen werden. Sicher sei, dass im ersten Quartal noch keine Kündigungen ausgesprochen werden. Die vorgesehen Massnahmen sollen bis Ende Jahr umgesetzt werden.

Karlen geht davon aus, dass ein grosser Teil der vom Abbau betroffenen Angestellten innerhalb des Konzerns einen neuen Job finden wird. Im Stammwerk, aus dem die maximal 100 Arbeitsplätze ausgelagert werden sollen, sind derzeit noch 300 Festangestellte tätig sowie rund 50 Temporäre und 40 Lehrlinge.

Konzernweit beschäftigt die 1910 gegründete Sauter-Gruppe 2400 Mitarbeitende. In der Schweiz kommen zu den 300 Beschäftigten im Stammwerk noch 140 in der Länderorganisation hinzu.

Bis Ende Jahr wieder schwarze Zahlen

Von der Auslagerung verspricht sich Sauter eine langfristige Stärkung und Sicherung des Standorts Basel. Bis Ende Jahr soll das Stammwerk laut Karlen wieder schwarze Zahlen schreiben, wenn der Umsatz nicht einbricht. 2014 musste ein Verlust von rund 4,2 Millionen Franken verbucht werden. Für 2015 wird mit einem Defizit von noch 1,2 Millionen gerechnet.

2014 hatte die Sauter-Gruppe ihren Umsatz um 1,6 Prozent auf 406,6 Millionen steigern können; für 2015 ist es nach Angaben Karlens währungsbedingt weniger. Für das vergangene Jahr geht der CEO für den Konzern von knapp schwarzen Zahlen aus.

Die nun konkretisierten Massnahmen sind nicht die einzigen, mit denen das 1910 gegründete Unternehmen auf den Frankenschock reagiert. Im vergangen März hatte Sauter eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 44 Stunden und eine Lohnsenkung um 5 Prozent beschlossen.

Die Gewerkschaften Syna und Unia kritisieren den bevorstehenden Stellenabbau. Sie befürchten, dass Sauter die Produktion in Basel dereinst ganz einstellen wird. Zudem forderten die Gewerkschaften die Aufhebung der Arbeitszeitverlängerung und der Lohnkürzung. (sda)