Saubere Energie gegen harten Franken

Saubere Energie gegen harten Franken

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Die Schweizer Wirtschaft soll auf klimaschonende und energieeffiziente Technik als Wettbewerbsvorteil setzen. Im Zusammenhang mit den Preisnachteilen wegen des starken Frankens fordert der Verband Swiss Cleantech ein Sonderbudget des Bundes zur Konjunkturförderung.
 
Qualität und Innovation seien für den Produktionsstandort Schweiz zentral, erklärte Swiss-Cleantech-Präsident Nick Beglinger vor den Medien. Gelinge es der Schweiz sich als Cleantech-Vorreiter zu positionieren, differenziere dies alle Schweizer Produkte und Dienstleistungen. Damit werde dem Margendruck begegnet. Die Chancen schnell wachsender Märkte wie Energieeffizienz, Erneuerbare Energien sowie Nachhaltigkeit beim Bau, in Wasser- und Abfallwirtschaft sowie bei der Mobilität seien grösser als die Herausforderung der Frankenstärke, sagte Beglinger.
 
Derweil wies René Estermann, Chef der Stiftung myclimate, aufgekommene Forderungen nach einer Aufweichung des CO2-Gesetzes oder gegen die Abkehr von der Atomkraft zurück. Vielmehr wollen Swiss Cleantech und myclimate schärfere Klimaziele: Die Schweiz solle neben der vorgesehenen Senkung des CO2-Ausstosses im Inland um 20 Prozent weitere 20 Prozent durch Projekte mit Schweizer Technologie im Ausland erzielen. Damit wäre die Schweiz beim Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu beschränken, auf Kurs.
 
Um diese neuen Technologien zu fördern, schlägt Swiss Cleantech einen Fonds vor, der mit jährlich 500 Millionen Franken gespeist wird. Mit dem Fonds könne die Schweiz nicht nur ihr Ansehen als innovativer Wirtschaftsstandort fördern, sondern nachhaltige Technologien verbreiten und Handelsbeziehungen knüpfen, so Bick Beglinger. Die Frankenstärke bringe immerhin den Vorteil, dass Projekte zum Klimaschutz im Ausland billiger würden.
 
Die Mittel für den Fonds sollen aus der Konjunkturförderung des Bundes oder einer energieabhängigen Abgabe auf Importen generiert werden. Im Moment scheint die Cleantech mit ihren Plänen auf gutem Weg: Laut Beglinger läuft das Lobbying bereits, damit im Parlament ein entsprechender Antrag gestellt wird. (mai/sda)