Samurai-Burg wird temporär verschoben

Samurai-Burg wird temporär verschoben

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Teaserbild-Quelle: Ari Helminen, Flickr, CC

Hoch über der Stadt thront die Burg von Hirosaki. Wo einst Samurais ein und aus gingen, sind heute Touristen unterwegs. Das gilt vor allem für die Zeit der Kirschblüte, wenn die Anlage in der nordostjapanischen Stadt aus einem rosafarbenen Meer zu ragen scheint.

Quelle: 
Ari Helminen, Flickr, CC
Kirschblüte bei der Burg von Hirosaki.

Dies soll auch in Zukunft so bleiben. Darum muss die Fundamentmauer der Festung saniert werden. Sie hat  sich im Laufe der Zeit dermassen verformt, dass sie nicht mehr stabil genug ist. „Sie wölbt sich bedrohlich nach aussen“ erklärte Masaaki Jin, zuständiger Beamter bei den Behörden von Hirosaki, vor Kurzem gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. „Es besteht die Gefahr, dass sie bei einem Erdbeben zusammenbricht.“

Damit das Fundament instandgesetzt und vertärkt werden kann, wird die Burg entfernt. Oder vielmehr etappenweise um rund 75 Meter verschoben. Ende August starteten die Arbeiten: Mittels 27 Hebebühnen wurde die Burg 10 Zentimeter angehoben und aufgebockt und danach wurden unter ihr Schienen sowie Räder installiert, damit sie auf ihre erste, 22 Meter lange Reiseetappe gehen kann. Demnächst steht die zweite Etappe an und anfangs Oktober die dritte. Ist die Burg an ihrem neuen Standort angekommen, wird sie auf ein temporäres Fundament gestellt, wo sie bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten – voraussichtlich bis 2021 – bleibt. Danach bringt man sie wieder an ihren alten Standort zurück.

Das Aussergewöhnliche an der Verschiebung: Weil die Kirschbäume, welche die Burg umgeben, unter Schutz stehen und nicht beschädigt werden dürfen, kann die Burg nicht auf geradem Weg neu platziert werden. Sie muss im Zickzack die Bäume umgehen. (mai)

Wechselvolle Geschichte

Die ursprüngliche Burg von Hirosaki ist zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut worden. Kurz nach ihrer Fertigstellung schlug ein Blitz ein und brannte sie neider. Erst 200 Jahre später wurde die Anlage wieder aufgebaut und wurde ab den 1870er-Jahren von der kaiserlichen Armee genutzt, die dort unter anderem eine Kampfsportschule einrichtete. Der Tsugaru-Klan, dem die Anlage einst als Herrschaftssitz diente, stiftete sie schliesslich dem Staat, mit der Auflage sie als Park der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. (mai)

Untenstehende Animation zeigt, wie die Burg verschoben wird. (japanisch)