Salle Modulable: Das Inseli soll es sein

Salle Modulable: Das Inseli soll es sein

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Teaserbild-Quelle: Bilder: zvg

Die Verantwortlichen für die geplante Salle Modulable in der Stadt Luzern wollen das neue Theater auf dem Standort Inseli realisieren. Zwei Machbarkeitsstudien haben diesen als den geeignetsten ausgemacht. Aber noch sind Initiativen gegen die Pläne hängig.

Sowohl das Zürcher Ingenieur- und Beratungsunternehmen Ernst Basler + Partner als auch Arup, ein international renommiertes Architektur- und Planungsunternehmen für Veranstaltungsorte im Bereich der Darstellenden Künste sind zum Schluss gekommen, dass das Inseli am besten als Standort für die geplante Salle Modulable geeignet ist. Die Firmen waren von der Stadt respektive der Stiftung Salle Modulable mit der Analyse der drei möglichen Standorte (Inseli, Motorboothafen und Theaterplatz) beauftragt worden.

Inseli ist ausreichend gross

Die Ergebnisse wurden heute den Medien vorgestellt. „Für die Stadt bedeutet der Standort Inseli eine Veränderung, aber auch eine grosse Chance und eine Aufwertung dieses Stadtraums am See“, so Stadträtin Ursula Stämmer. Das Inseli habe klar das grösste Potenzial. Er sei ausreichend gross, zentral gelegen und ermögliche Synergien mit dem KKL Luzern, erklärte sie die Resultate. Gemäss Studien ungeeignet sind sowohl der Theaterplatz als auch der Schotterplatz beim Motorboothafen. Ersterer ist zu klein, letzterer zu abgelegen, weniger gut erschlossen und weist eine nur geringe Umfeldattraktivität auf.

Kosten von über 200 Millionen Franken

Für die neue Salle Modulable auf dem Inseli wird mit Investitionskosten von rund 208 Millionen Franken gerechnet. Darin enthalten sind 20 Millionen Grundstückswert, 161 Millionen für den eigentlichen Bau und 27 Millionen für übrige Baukosten. Der Theaterbetrieb und der Unterhalt sollen die öffentliche Hand pro Jahr 31 Millionen Franken kosten. Das heutige Theater kostet 24 Millionen.

Für den Bau soll eine Stiftung gegründet werden, in der Kanton, Stadt, die Stiftung Salle Modulable, das Luzerner Theater und das Lucerne Festival als Gründerstifter Einsitz nehmen. Zurzeit werden die Statuten erarbeitet. Auch das Betriebskonzept ist bereits in Arbeit.

Als Herzstück ist eine grosse Bühne mit einer flexibel veränderbaren Infrastruktur vorgesehen. Bestuhlung, Zuschauerraum, Tribünen, Balkone oder Orchestergräben sollen je nach Bedarf der Inszenierung verschoben oder entfernt werden können. In der traditionellen Theateranordnung ergibt sich eine Kapazität von bis zu 750 Besuchern. Bei einer flachen Anordnung ohne Orchestergraben, Bühne und Bestuhlungsrampen sollen es sogar 1150 sein. Eine zweite, kleinere Bühne sowie vier Studios ergänzen das Gesamtensemble.

Volksabstimmung 2018 geplant

Der Zeitplan sieht vor, bis Ende April mit der Bevölkerung in den Dialog zu treten. Von Juni bis September stehen dann die politischen Entscheide im Stadtrat (Baurechtsvertrag, Projektierungskredit) und im Regierungsrat (Planungs- und Projektierungskredit) sowie deren Behandlung in den Parlamenten von Stadt und Kanton an. Die Abstimmung in der Stadt ist auf den 27. November festgesetzt. Im Jahr 2018 ist der politische Prozess mit Volksabstimmung für Baukredit und Anpassung der städtischen Bau- und Zonenordnung vorgesehen.

Wie weiter mit den Initiativen?

Ob alles wie geplant vonstatten gehen wird, steht allerdings in den Sternen, denn noch sind drei Initiativen zur Salle Modulable und ihrem Standort hängig: Die BDP der Stadt Luzern ist grundsätzlich gegen das „überrissene Prestigeobjekt“ und will sowohl das Inseli als auch den Motorboothafen vor der Überbauung schützen. Die Juso wollen aus dem Inseli eine Grünfläche machen, und Private haben eine Initiative lanciert, die den Abriss des jetzigen Theaters verhindern soll. Der Stadtrat möchte die drei Initiativen so behandeln, dass über diese gleichzeitig wie über die Erteilung des Baurechtsvertrags entschieden wird.

Entsprechend negativ fallen denn auch die ersten Reaktionen zu den heute vorgestellten Plänen aus. Die Juso halten in einer Stellungnahme an ihrer eingereichten Volksinitiative fest. Die geplante Kultureinrichtung im High-Class-Bereich gefährde die Diversität und die ungezwungene Atmosphäre in dem Gebiet. Zudem seien Grünflächen an zentraler lage zunehmend in Gefahr.

Auch die BDP sammelt weiter Unterschriften. Der gewählte Standort und das Projekt seien inakzeptabel, heisst es in einer Mitteilung. Die Stadt habe zudem kein geld für ein solches Projekt. Von möglichen Sponsoren fehle bis heute jede Spur.

Der Präsident der SP des Kantons Luzern, David Roth, erklärte auf Twitter, der Standort Inseli sei ein NoGo und werde scheitern.

Und auch die Grünen können nichts mit den Plänen anfangen. Sie bedauern, dass keine breite Vernehmlassung über die kulturellen Inhalte des neuen Theaters stattgefunden habe und der Kasernenplatz nicht als Standort geprüft worden sei. Die Partei liebäugelt mit einer Sanierung und einem Ausbau des bestehenden Theaters.

Ein bisschen positiver stehen die Grünliberalen dem Standortentscheid gegenüber. Die Vision der Salle Modulable sei toll und könne ein wichtiger Meilenstein der Kulturmarke Luzern werden. Ungelöst bleibe jedoch die Frage der Finanzierung

Die CVP ist von der "interessanten Lösung" auf dem Inseli positiv überrascht. Man unterstütze den von Regierung von Kanton und Stadt vorgeschlagenen Weg, heisst es in einer Mitteilung. Aber neben den Fragen zu den Finanzen werfe vor allem die Konkretisierung der Theaterinfrastruktur neue Fragen auf. (mt/pd/sda)