Saint-Gobain erhält grünes Licht von Wettbewerbsbehörden

Saint-Gobain erhält grünes Licht von Wettbewerbsbehörden

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Der Übernahme des Baustoffkonzerns Sika durch den französischen Konkurrenten Saint-Gobain steht aus kartellrechtlicher Sicht nichts mehr im Weg. Das letzte Wort haben allerdings die Gerichte. In einem Interview verteidigt Sika-Erbe Urs Burkard den Entscheid seiner Familie, ihre Kontrollmehrheit zu verkaufen.

Saint-Gobain teilte mit, dass der Konzern über sämtliche notwendigen Bewilligungen der Wettbewerbsbehörden für den Vollzug der Transaktion verfüge. Nach der Genehmigung durch die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) und der Behörde der EU habe nun auch die brasilianische Wettbewerbsbehörde (Cade) ihre Zustimmung erteilt.

Doch der Verkauf der Aktien der Gründerfamilie Burkard, die über die Kontrollmehrheit an Sika verfügt, ist deshalb noch lange nicht unter Dach und Fach. Aktionäre, die sich benachteiligt fühlen, wehren sich seit bald einem Jahr gegen das Vorhaben. Wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt, würde die Familie Burkard nämlich beim Verkauf ihres Aktienpakets eine saftige Prämie einstreichen. Aber auch das Sika-Management leistet Widerstand, weil es den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und die Firmenkultur in Gefahr sieht. Der Streit dürfte auf dem juristischen Parkett entschieden werden; es laufen mehrere Gerichtsverfahren.

In einem Interview mit der Schweiz am Sonntag verteidigt Urs Burkard, der als einziges Familienmitglied im Sika-Verwaltungsrat sitzt, den Entscheid, die Kontrollmehrheit zu veräussern. „Die Familie hat einfach entschieden, sich von der Firma zu trennen, was offensichtlich noch schwieriger ist als jede Ehescheidung“, sagt er. Wenn man nicht mehr operativ in der Firma tätig sei, sei es Zeit, sich vom Engagement zu lösen.

Dass die Familie von verschiedenen Medien als geldgierig dargestellt wurde, hat Burkard nicht kaltgelassen. „Anfangs wurde stark gegen uns geschossen. Wir konnten den Verkauf gar nie richtig erklären. Es hatte uns auch niemand zugehört.“ Es sei viel spannender gewesen, die Familie in den Dreck zu ziehen. (sda/pd/mt)