Runder Tisch einigt sich

Runder Tisch einigt sich

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Teaserbild-Quelle: Swisscom
Beim Streit um den Ausbau und um die Nutzung des Glasfasernetzes kommen Kabelnetzbetreiber und Telekommunikationsdienste zu ersten Resultaten: In Gebäuden soll jede Wohnung mit mindestens vier Fasern versorgt werden. Dies teilten die Bundesbehörden mit. - Am meisten Kosten verursachen beim Bau des Glasfasernetzes die Grabungsarbeiten.
 
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Ein Glasfaserkabel wird verlegt.
 
Unter der Leitung des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) und der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom) trafen sich die Chefs von Kabelnetzbetreibern, Anbietern von Telekomunikationsdiensten und Elektrizitätswerken zum vierten Runden Tisch. Die Lösungssuche innerhalb der Branche habe sich bewährt, erklärte Marc Furrer, Präsident ComCom anlässlich einer Medieninformation.

Monopolsituation verhindern

Die in den Glasfaserausbau involvierten Akteure einigten sich darauf, dass in allen Gebäuden mehrere Glasfasern verlegt werden müssen. Durch ein solches Mehrfasermodell erhalten mehrere Netz- und Dienstanbieter Zugang zu den Kunden. Monopolsituationen wie etwa bei der letzten Meile im Telefonbereich will man damit verhindern. Und auf den parallelen Bau von Glasfasernetzen soll dafür verzichtet werden. Alle Anbieter erhalten überdies zu gleichen Bedingungen und auf verschiedenen Netzebenen Zugang zum Glasfasernetz. Dies soll den Wettbewerb und die Wahlfreiheit der Konsumenten garantieren. Des Weiteren einigten sich die Teilnehmer des Runden Tisches auf einheitliche technische Standards: So sollen unter anderem sämtliche Anbieter denselben Steckertyp verwenden.
 
Offen ist laut einem Bericht im Zürcher Tages-Anzeiger allerdings, wer für die Verkabelung im Hausinnern verantwortlich ist und wer die Kosten trägt. So finanziert Elektrizitätswerk Zürich (EWZ) die Hausverkabelung selber.

Roboter verlegen Kabel

Die meisten Kosten verursachen beim Bau von Glasfaserleitungen laut der Zeitung „Der Bund“ die Grabungsarbeiten. Ist der Kabelschacht gerade, kann das Kabel einfach reingezogen werden. Weist er aber eine 90grädige Kurve auf, braucht es ein Loch, damit sich das Kabel von Hand in die korrekte Richtung legen lässt. Möglicherweise lassen sich solche aufwändigen Arbeiten aber bald einfacher ausführen. Wie der Bund berichtet, präsentierte die Swisscom an der Genfer Telecom 09 den Prototyp eines Roboters, der die Anzahl Grabungslöser um die Hälfte reduzieren könne. Es handle sich um einen Tatzelwurm aus zwei bis vier Gliedern mit einer Minikarmera an der Spitze. Der Roboter werde noch bis Ende Jahr getestet, dann werde er in Produktion gehen. (mai/sda)