Rolf Richterich kritisiert verspäteten H18-Anschluss

Rolf Richterich kritisiert verspäteten H18-Anschluss

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Die gegenwärtig angespannte Finanzlage schuld, weswegen der Kanton Baselland bei geplanten Bauprojekten den roten Stift ansetzen muss. Darunter leiden auch wichtige Strassenprojekte, wie der H18-Anschluss. Dies berichtet die „Basellandschaftliche Zeitung“. In einem Interview äusserte sich Präsident der landesrätlichen Bau- und Planungskommission Rolf Richterich dazu.
 
Am falschen Ort gespart wird gemäss Rolf Richterich vor allem bei den Strassenprojekten. Beim Verkehr zu sparen heisse, die räumlich wirtschaftliche Entwicklung des Baselbiets zu behindern, kritisiert er. „Damit schiesst die Regierung ein Eigengoal. Sie sollte bei einer Priorisierung genau überlegen, welche Projekte den Kanton wirtschaftlich und bevölkerungsmässig weiter bringen.“
 
Als „grossen Fehler“ bezeichnet Richterich die Sistierung des H18-Anschlusses. An diesem Anschluss hänge „enorm viel“: Die Entwicklung in Aesch Nord, die Entlastung des Aescher Dorfkerns sowie auch eine bessere Erschliessung des Leimentals. Der Kanton pokere mit der Sistierung der Planung hoch. „Besteht zum Zeitpunkt der allfälligen Übernahme der H18 durch den Bund kein rechtsgültiges Projekt, muss dieser eine eigene Planung starten, was die Realisierung um Jahre, ja um Jahrzehnte, verzögern würde“, befürchtet Richterich.
 
In der Rheinebene zwischen Pratteln und Augst sollen in den kommenden Jahren Tausende von Wohnungen und Arbeitsplätzen entstehen. Zu Jahresbeginn hatte der Landrat einen Spezialrichtplan zu Salina Raurica abgesegnet. Die Verkerhsführung war laut laut Basellandschaftlicher Zeitung lange umstritten. Nun soll in diesem Zusammenhang die Rheinstrasse verlegt werden. Allerdings verzögert sich die Verlegung nun im Zuge der Sparmassnahmen. Dort sieht Richterich keine grossen Probleme. Die Baureife gewisser Parzellen sei noch nicht gegeben, der Bahnhof bereits in Betrieb. Da sei es nicht schlimm wenn die „strassenseitige Erschliessung“ erst später komme.
 
Weitere Probleme macht er bei den zurückgestellten geplanten Sicherheitsmassnahmen im Eggfluetunnel und beim Bau der Birsbürcke in Zwingen. „Die Zingner Birsbrücke ist ein Sicherheitsrisiko: altersschwach und nicht mehr erdbebensicher“ erklärt Richterich im Interview. „Ähnliche Fragen stellen sich beim Eggfluetunnel. Ob es hier Verzögerungen verträgt, muss die Regierung beurteilen. Das ist kein politischer, sondern ein sicherheitstechnischer Entscheid.“ (mai)