Roche „verschenkt“ Fenster und Mietzins

Roche „verschenkt“ Fenster und Mietzins

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Wer beim Basler Roche-Areal wohnt, hat es schwer. Da die Pharma-Riesin baut und baut und baut, wird der Lärm noch jahrelang anhalten. Deshalb gibt es für die Anwohner nun kostenlose Schallschutzfenster und für einige zudem eine Reduktion des Mietzinses.

Kaum hat das Basler Pharmaunternehmen Roche seinen Bau 1 – das derzeit höchste Gebäude der Schweiz – eröffnet, soll es mit der Bauerei auch schon weitergehen. In den nächsten zehn Jahren soll bekanntlich das ganze Areal an der Grenzacherstrasse umgestaltet werden. Für die Anwohner bedeutet dies vor allem eins: nicht enden wollender Baulärm, Verkehr und Dreck. Daher ist es nicht verwunderlich, dass über 80 Einsprachen eingegangen sind. Laut „Basler Zeitung“ basieren die meisten auf Formvorlagen des Vereins Hauseigentümer und Anwohner Wettsteinquartier (HEAW). Der Verein setzt sich im Namen der umliegenden Liegenschaftsbesitzer und -bewohner für deren Anliegen ein.

Ein besonderes wird nun erfüllt, wie die „BaZ“ berichtet. In einem gewissen Perimeter sollen Schallschutzfenster in die Häuser eingebaut werden. Ausserdem dürfen sich einige Anwohner über finanzielle Entschädigungen freuen. Bis zu 30 Prozent Reduktion des Mietzinses respektive Eigenmietwerts will Roche freiwillig übernehmen, wie es heisst. Dieser Entscheid dürfte eine Erleichterung für die Anwohner sei. In anderen Fällen mussten Nachbarn von Dauerbaustellen nämlich zuerst an den Vermieter, dann an die Mietschlichtungsstelle und im Extremfall sogar vor Gericht gelangen, um eine Mietzinsreduktion zu erreichen. Der Vermieter wiederum habe sich das Geld von den Bauherren zurückholen müssen, erklärt die Zeitung. Dieses mühsame und langwierige Vorgehen entfällt im Fall der Roche-Baustelle nun.

Für Roche-Sprecher Karsten Kleine ist klar: „Wir haben sehr grosses Interesse an guten nachbarschaftlichen Beziehungen zu den Anwohnern im Quartier.“ Da es sich bei der Arealentwicklung um eine langfristige Baumassnahme handle, sei es ein Anliegen von Roche, proaktiv auf die Nachbarn zuzugehen.“  (pd/mt)