Robotik: Bauen neu programmiert

Robotik: Bauen neu programmiert

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Teaserbild-Quelle: Bild 1 von 6 / Ralph Feiner

Das digitale Bauen birgt grosses Potenzial. Davon ist Architekt und ETH-Professor Matthias Kohler überzeugt. In seiner Forschungsarbeit stellt er robotergefertigte, massgeschneiderte Wände, Holzträger und Betonelemente her. Der Umbruch auf der Baustelle sei nur eine Frage der Zeit.

«Obwohl die Digitalisierung immer mehr um sich greift, wird heute noch so gebaut, wie man schon immer gebaut hat», betont Kohler anlässlich seines Referats «The Robotic Touch» am Architekturforum0.15 in Zürich, einer Veranstaltungsreihe der Architekturzeitschrift Viso und der Schweizer Baudokumentation. Man müsse sich deshalb fragen, wie man digitale Technologien auch in der Architektur und im nachgelagerten Bauprozess gewinnbringend nutze. An der ETH Zürich erforschen die beiden Architekten und Professoren Fabio Gramazio und Matthias Kohler seit zehn Jahren robotergestützte, nicht standardisierte Fabrikationsprozesse. 2006 setzten sie bei der Vorfabrikation der Aussenwände für das Weingut Gantenbein (Bearth & Deplazes Architekten) erstmals einen mauernden Industrieroboter ein. Im Projekt «Smart Dynamic Casting» entwickelten sie ein roboterbasiertes, digitales Gleitbauverfahren für frei geformte Betonbauteile, das auf zusätzliche Schalungen verzichtet. Bei «Mesh Mould» soll ein mobiler Roboter auf der Baustelle in einem 3D-Druckverfahren eine Leichtgewichtsnetzstruktur aufbauen, die später als Schalung und Bewehrung für frei geformte Betonwände dient. Mit dem «sequenziellen Dach» wurde ein wellenförmiges, vollständig digital konzipiertes Holzdach entwickelt. Gramazio und Kohler sind zudem für ihre spektakulären architektonischen Installationen bekannt. (gd)

www.gramaziokohler.arch.ethz.ch