Riesenrutschbahn für kleine und grosse Kunstfreunde

Riesenrutschbahn für kleine und grosse Kunstfreunde

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Teaserbild-Quelle: Carsten Höller

Rutschbahnen sind für den deutsch-belgischen Künstler Carsten Höller weder gewöhnliches Spielplatzgerät noch Spassmobiliar für Schwimmbäder, sondern Kunst. Diesen Sommer erfreut er damit grosse und kleine Spielkinder in der Londoner Hayward Gallery.

Rutschbahnen sind eine Leidenschaft Höllers. „Die Rutsche ist ein Gerät, das eine emotionale Erfahrung ermöglicht, die zwischen Lust und Wahnsinn oszilliert“, erklärte er einmal. Zudem brächten sie Leute sicher und elegant an ihren Zielort, sie seien günstig und energieeffizient. So erfreut denn seit letztem Jahr ein verspielter Aussichtsturm beim Vitra Design-Museum in Weil am Rhein – man steigt über eine Treppe hinauf und gelangt über eine Rutschbahn hinunter -  wohl vor allem kleinere Besucher. In den Jahren zuvor errichtete er eine Riesenrutschbahn in der Turbinenhalle der Tate Modern in London.

Diesen Sommer ist er ebenfalls mit einer Installation an der Themse präsent: Besucher der Hayward Gallery bei der South Bank können das Museum über eine spiralförmige, 15 Meter hohe Rutschbahn verlassen und direkt auf der Promenade landen, die dem Fluss entlang führt. Die verspielte Skulptur ist Teil einer gross angelegten Ausstellung über Höllers Werk (10. Juni bis 6. September). Hauptthema der Schau ist die Entscheidungsfindung – wie der Ausstellungstitel „Decision“ nahe legt.

Weitere Attraktionen sind ein gigantisches Mobile aus überdimensionierten, psychedelischen Pilzen sowie zwei Roboterbetten, die selbstständig in der Ausstellung unterwegs sind. Daneben gibt es eine sogenannte „Pill Clock“: Während der Ausstellung soll sie über eine Million Pillen abwerfen, welche die Besucher probieren können. (mai)

Quelle: 
Carsten Höller
So soll die Rutschbahn bei der Hayward Gallery aussehen: In einer Spirale gleiten die Museumsbesucher nach unten.