Riesenkristalle auf dem Gotthard-Pass

Riesenkristalle auf dem Gotthard-Pass

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Samuel Golav, Sasso San Gottardo

Eine Fahrt auf den Gotthard-Pass lohnt sich, auch wenn er derzeit nur von Airolo aus erreichbar ist: Seite Neustem können im Museum, das in der Festung Sasso San Gottardo untergebracht ist, Kristalle der Superlative bewundert werden.

Quelle: 
Samuel Golav, Sasso San Gottardo
Es funkelt in der Festung: die Kristalle vom Planggenstock. Kristalle vom Planggenstock

Während Millionen von Jahren ist am Planggenstock im Gotthardmassiv ein Schatz herangewachsen: eine riesige, rund 1,5 Tonnen schwere Kristallgruppe, die eine Fläche von drei auf drei Metern umfasst. Der grösste Einzelkristall ragt einen Meter in die Höhe. Die Riesenmineralien wurden 2008 von den Urner Strahlern Franz von Arx und Elio Müller in einer Kluft entdeckt. Sie dürften an Grösse, Transparenz und Glanz schwer zu überbieten sein. Zumindest wurde in den Alpen während der vergangenen 300 bis 400 Jahre nichts Vergleichbares gefunden. Seit der Gotthard Pass wieder geöffnet ist,  kann die Kristallgruppe dort im Museum Sasso San Gottardo bewundert werden. Es befindet sich in der gleichnamigen ehemaligen Festung auf dem Gotthardpass.

Zusätzlich zum «Schatz» erwartet die Besucher noch eine Neuheit: Eine separate Schau der SBB stellt den neuen Gotthard-Basistunnel vor. Daneben behandelt das Museum in seiner multimedialen Ausstellung die Themen Wasser, Wetter, Klima, Energie, den stetig wachsenden Verkehr und die Sicherheit. So erfährt man beispielsweise, wie ein Gewitter entsteht, wie sicher eine Handy-Verbindung ist oder wie sich Wetter und Temperaturen verändern. Dabei ist der Gotthard als Wasserschloss Europas ebenso ein Thema wie die Festung, die im Innern des Berges liegt und in der heute die Ausstellungsräume untergebracht sind.

Die Metro del Sasso bringt die Besucher in  den historischen Teil, der einst streng geheimen Anlage: Hier verbinden kilometerlange Gänge die einzelnen Kavernen, die hoch genug waren, um tonnenweise Lebensmittel, Wasser sowie Munition zu lagern und so das Überleben einer Hundertschaft von Soldaten über Monate zu sichern. Bisonkanonen mit vier Meter langen Rohren, Munitionsdepots und die Kantonnements der Truppe können ebenfalls besichtigt werden. Was am Vorabend des Zweiten Weltkrieg seinen Anfang genommen hat, ist über Jahre zur grössten Festungsanlage der Schweiz ausgebaut worden.  (mai/mgt)

Museum Sasso San Gottard, bis 19. Oktober
Ort: Gotthard-Pass
Öffnungszeiten: Bis 4. Juli jeweils Samstag und Sonntag von 10.30 Uhr bis 15 Uhr / 5. Juli bis  5. August täglich ausser dienstags
von 10.30 Uhr bis 15 Uhr / 31. August bis 18. Oktober täglich ausser montags und dienstags von 10.30 Uhr 15 Uhr
Weitere Infos:  www.sasso-sangottardo.ch