Riesenbatterie speichert Solarenergie der EPFL

Riesenbatterie speichert Solarenergie der EPFL

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Teaserbild-Quelle: Alain Herzog, EPFL

Auf den ersten Blick sieht sie aus wie ein Schiffscontainer: die Riesenbatterie, welche während einer 23-monatigenTestphase auf dem Campus der ETH Lausanne (EPFL) den aus der Photovoltaik gewonnen Strom auf dem Areal speichern soll. Parallel dazu soll die Batterie ein Stromnetz betreiben. – Heute wurde sie offiziell in Betrieb genommen.

Die Batterie verfügt über eine Leistung von rund 500 Kilowattstunden, was laut EPFL dem durchschnittlichen Tagesverbrauch von 50 Schweizer Haushalten entspricht. Sie ist mit Lithium-Titanat-Zellen ausgerüstet, die in Rekordzeit geladen und entladen werden können. Den Zellen wird eine lange  Lebensdauer zugeschrieben, weil sie bis zu 15'000 Zyklen verkraften. Zum Vergleich: Bisherige Batterien lassen sich lediglich rund 3000 Mal auf- und entladen.  Um die Sicherheit zu erhöhen, wurde die Batterie mit Keramikelementen versehen, welche die Zellen voneinander trennen. - Allerdings ist die Technologie der Riesenbatterie nicht neu, sie stammt vom Schweizer Unternehmen Leclanché und ist bereits auf dem Markt.

Dieses Projekt könne eine Lücke bei den erneuerbaren Energien schliessen, sagte die Waadtländer Staatsrätin Jacqueline de Quattro (FDP) anlässlich der Inbetriebnahme vor den Medien. Die Forscher der EPFL nehmen an, dass Haushalte den Strom künftig nicht von Grosskraftwerken, sondern von kleinen Solar- oder Windkraftwerken beziehen. Darum wollen die Wissenschafter neben der Stromspeicherung vor allem auch die Software testen, welche die Stromproduktion und den Verbrauch koordiniert. Wie Mario Paolone, Leiter des Labors für dezentrale elektrische Systeme der EPFL erklärt, sind dank der hohen Speicherkapazitäten des Systems erstmals Tests in Echtzeit möglich.  (mai/mgt/sda)

Video der EPFL zur Batterie (englisch)