Rekordverdächtiges Jahr für Implenia

Rekordverdächtiges Jahr für Implenia

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Für 2012 vermeldet der Baukonzern Implenia Rekordergebnisse - und das für fast alle Geschäftsbereiche. Mit einer Umsatzsteigerung um 6,9 Prozent auf 2'696 Millionen Franken ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Auch für 2013 gibt sich die Schweizer Bauriesin sehr positiv. 
 
 
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Wolkenloser Himmel über Implenia: Der grösste Schweizer Baukonzern hat ein sehr gutes Jahr hinter sich.
 
Das grösste Bau- und Baudienstleistungsunternehmen der Schweiz blickt auf ein hervorragendes 2012 zurück. Das Geschäftsergebnis von 2011 konnte nochmals deutlich gesteigert werden. Der Umsatz bewegte sich von 2'523 Millionen um 6,9% auf 2696 Millionen. Das EBIT aller Konzernbereiche übertraf, die Erwartungen mit einer Steigerung von 11,3% von 93,5 auf 104,1 Millionen Franken. Auch das Konzernergebnis entwickelte sich überproportional um 15,96% von 61,4 Millionen Franken im 2011 auf 71,2 Millionen Franken im 2012. 

Verbesserung auch bei den Margen

Die Konzernergebnis-Marge stieg von 2,4% im Vorjahr auf 2,6%. Das Unternehmen erklärt diese positive Entwicklung auf den steigenden Anteil höhermargiger Geschäftsfelder wie Projektentwicklung und Spezialtiefbau sowie auf die Verbesserung der Kosten- und Risikostruktur.

Der Free Cashflow liegt mit 115,8 Mio. Franken um 72,1% über dem Vorjahreswert. Dahinter steht der gute Geschäftsgang, das konsequente Liquiditäts-Management des gesamten Netto- Umlaufvermögens (NUV). Investitionen zur Verdichtung und weiteren Diversifizierung der Projektentwicklungspipeline konnten vollumfänglich aus dem operativen Geschäft finanziert werden. Mit dem Verkauf von Renditeliegenschaften auf dem Sulzerareal in Winterthur wurde gebundenes Kapital freigesetzt. Das führte trotz der Umsatzausweitung zu einer Netto-Cash-Position von 287,8 Mio. Franken (2011: 193,5 Mio. Franken). Mit einer Eigenkapitalquote von 29,8% verfügt Implenia über eine solide Eigenkapitalbasis.

Alle Sparten im grünen Bereich. 

Implenia Real Estate (Generalunternehmung, Engineering, Projektentwicklung) steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2012 um 2,3% auf 1447,3 Mio. Franken. Mit 1647 Mio. Franken konnte der Auftragsbestand gegenüber dem hohen Niveau des Vorjahrs nochmals um 1,9% gesteigert werden. Die Generalunternehmung hat wiederum eine Reihe bedeutender Aufträge gewonnen, so für den Park Tower, das künftig höchste Gebäude in der Zentralschweiz, die Überbauung Neugrüen in Mellingen, die grösste Schweizer Wohnsiedlung im Minergie-A-Eco-Standard, das neue Studentenwohnheim der Cité Universitaire in Genf oder den neuen Hauptsitz des JTI-Konzerns in Genf.

In der Projektenwicklung verzeichnete das Unternehmen sein bisher  erfolgreichstes Geschäftsjahr mit dem Baustart für das Projekt The Metropolitans in Zürich Nord, dem Baugesuch für die Hochschulbibliothek der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften auf dem Sulzerareal in Winterthur und dem Verkauf der Rendite-Liegenschaften in Winterthur-Neuhegi. Im Ausmass der Verkäufe hat Implenia mit Projekten wie Flügelschlag in Bern oder Mühlematten in Zuzgen wieder in ihr Projektentwicklungsportfolio investiert und damit  Potenzial für die Zukunft geschaffen.

Seit Jahresbeginn  wird der Geschäftsbereich Prime Buildings neu positioniert und in den Konzernbereich Real Estate integriert. Die laufenden Projekte werden bis Ende 2014 abgeschlossen sein. Das negative Ergebnis von 2,7 Mio. Franken per Jahresende 2012 wird als enttäuschend bezeichnet. 

Bau Infra weist für 2012 einen Umsatz von 1‘220,3 Mio. Franken aus, 6,3% mehr als im Vorjahr. Die Auftragsbücher sind mit 751,3 Mio. Franken (+ 1,0%) gut gefüllt. Die margenstarken Bereiche Ingenieurtiefbau und Spezialtiefbau verzeichnete ein gutes Jahr und lieferten einen bedeutenden Ergebnisbeitrag. Unter anderem betraute das Tiefbauamt des Kantons Bern Implenia mit dem Bau der Viadukte "Eaux des Fontaines" für die Autobahn "A16-Transjurane". Der Hochbau lag über Vorjahr, der Strassenbau entwickelte sich im Rahmen des Vorjahrs. Mitte Jahr übernahm Implenia die Locher Bauunternehmer AG, die mit rund 160 Mitarbeitenden auf Infrastruktursanierungen spezialisiert ist. 
 
Industrial Construction steigerte die Produktionsleistung um 26,4% auf 475,3 Mio. Franken. Das Geschäft in Norwegen trug mit 218,5 Mio. Franken mehr als die Hälfte zum Umsatz bei. Das EBIT des Konzernbereichs beträgt 26,2 Mio. Franken, gegenüber 30,5 Mio. Franken im Vorjahr (-14,0%). Im Tunnelbau Schweiz hat Implenia 2012 nochmals ein ausgezeichnetes operatives Ergebnis erzielt. Der im Vorjahr mit der Bauherrin ATG (Alp Transit Gotthard) aufgrund der verlängerten NEAT-Bauzeit abgeschlossene Vergleich fiel erneut mit einem Ergebnisbeitrag von gut 10 Mio. Franken an. Abgeschlossen wurden 2012 mehrere Grossprojekte wie der Umfahrungstunnel Lungern und der Weinbergtunnel in Zürich. Neu gewonnen wurden die Aufträge für den Bau des Galgenbucktunnels bei Neuhausen und verschiedene Ausrüstungsaufträge am Gotthard (Los E). Belastet wurde das Resultat im Tunnelling durch das Geschäft im Nahen Osten, das aufgrund von Start-up-Kosten noch keinen positiven Ergebnisbeitrag leistete. 


Implenia Norge verzeichnete 2012 eine erfreuliche Performance, steigerte Umsatz sowie EBIT markant und leistete einen Ergebnisbeitrag von 3,0 Mio. Franken. Dank ihrer lokalen Verankerung und des Know-hows vor Ort konnte sich Implenia in Norwegen wichtige Infrastruktur-Grossaufträge sichern, so unter anderem den Ausbau der Autobahn "E39" entlang der norwegischen Westküste, den Ausbau der Bahninfrastruktur in Drammen oder das 75-Mio.-Franken-Projekt für das Wasserkraftwerk "Brokke Nord". Insgesamt hat Implenia Norge den Auftragsbestand nahezu verdoppelt. 

Der Auftragsbestand von Industrial Construction zum Jahresende beträgt 702,8 Mio. Franken. Das sind 11,4% weniger als im Vorjahr.

Optimistischer Blick ins 2013

Implenia ist mit einem Auftragsbestand von 3‘101 Mio. Franken ins laufende Jahr gestartet. Die vollen Auftragsbücher entsprechen mehr als einem Jahresumsatz. Der hervorragende Auftragseingang in Norwegen konnte das rückläufige Tunnelbauvolumen in der Schweiz weitgehend kompensieren. Zusammen mit der weiterhin guten Baukonjunktur in der Schweiz und in Norwegen erlaubt dies einen zuversichtlichen Ausblick für 2013. (mai/mgt)
 

Leuenberger verlässt Implenia-VR


Zwei Jahre nach seinem umstrittenen Einzug in den Verwaltungsrat von Implenia wird Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger das Gremium wieder verlassen. Er stelle sich an der kommenden Generalversammlung nicht mehr zur Wiederwahl, teilte Implenia am Dienstag mit. "Ich habe meine persönlichen Vorstellungen darüber, was die Arbeit eines Verwaltungsrates ist. Diese waren nicht immer zu 100 Prozent kongruent mit den gegenseitigen Erwartungen", sagte Leuenberger im Interview mit Radio SRF. Darum habe er mit seinem Verwaltungsratskollegen Theo Schlatter entschieden, auf eine Wiederwahl am 27. März zu verzichten. Die Zusammenarbeit im Verwaltungsrat sei ausgezeichnet gewesen, sagte Leuenberger weiter. Es seien kritische Fragen möglich gewesen, eine Aussensicht willkommen. Er habe in der Zeit viel erreichen können mit dem Nachhaltigkeitsbericht, der erstmals verfasst worden sei. Jetzt gehe es darum, diesen umzusetzen. "Da ist die operative Tätigkeit - wie es ein Bundesrat bei seinen Ämtern gemacht hat - in einer Firma nicht mehr gefragt", so Leuenberger.
 
Leuenbergers Wahl im Jahre 2011 war sogar in seiner eigene Partei SP auf Kritik gestossen, da Implenia unter anderem am Bau des Gotthard-Tunnels beteiligt ist.Damit handle es sich um ein Mandat im "direkten Wirkungsbereich" des ehemaligen Infrastrukturministers, kritisierte die SP. Der Bundesrat dagegen hatte kein Problem mit Leuenbergers Mandat. Leuenberger hatte selbst stets betont, er habe als Bundesrat nie direkt mit dem Unternehmen zu tun gehabt. Als einen Rückzug aus der Öffentlichkeit beziehungsweise von solchen Ämtern will Leuenberger seinen Schritt aber nicht verstehen. Er behalte seine anderen Ämter. Mit dem Rücktritt aus dem Verwaltungsrat von Implenia habe er mehrere neue Angebote erhalten. "Ich setze mich (...) nicht zur Ruhe", sagte der Alt- Bundesrat dem Radiosender weiter. (sda)