Rechtsstreit zwischen Zürich und Implenia hat begonnen

Rechtsstreit zwischen Zürich und Implenia hat begonnen

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Während das mit Stützen gesicherte Stadion Letzigrund bei Fussballfans für Frust sorgt, sorgt es bei der Stadt Zürich und der Implenia für heisse Köpfe. Wie der „Tages-Anzeiger“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, waren die Stadt Zürich und die  Implenia bereits vor dem Friedensrichter.
 
Am Match FCZ gegen FC Luzern im Zürcher Letzigrund-Stadion ärgerte sich mancher Fussballfan über die Stützen, die zurzeit das Stadiondach absichern. Sie behinderten die Sicht zum Teil massiv. So waren die Goals zum Teil kaum bis gar nicht zu sehen. Den Humor verloren hatten zumindest die Luzerner Fans dabei nicht: Sie hatten sich für das Spiel gelbe Bauarbeiterhelme aufgesetzt.
 
Die abtretenden Hochbauvorsteherin Kathrin Martell erwartet im Streit um die Schäden am Stadion Letzgirund einen Gang vor das Gericht. Dies berichtete der „Tages-Anzeiger“ letzte Woche. Wie sie gegenüber „Radio 24“ erklärt hatte, sei für die Stadt klar, dass die Baufirma Implenia für die Sanierung der Riss- und Rostschäden aufkommen muss. Für sie gilt das Argument von Implenia, man habe das Stadion aufgrund der von der Stadt gelieferten Pläne und Berechnungen gebaut, als ein «unbehilflicher Versuch».
 
Der Rechtsstreit zwischen der Stadt Zürich und der Implenia hat allerdings schon angefangen. Wie der „Tages-Anzeiger“ Zeitung recherchiert hat, fand bereits eine Schlichtungsverhandlung vor dem Friedensrichter statt. Es sei nicht zu einer Einigung gekommen. Nun wolle die Baufirma Klage gegen die Stadt erreichen, heisst es im Artikel. Die Implenia macht laut dem „Tages-Anzeiger“ Mehrkosten beim Bau des Stadions in zweistelliger Millionenhöhe geltend. Gemäss einem Insider gehe es um 20 Millionen Franken. Implenia begründe die Kostenüberschreitungen mit zusätzlichen Leistungen, die im ursprünglichen im Baubeschrieb nicht beinhaltet gewesen seien.
 
Martelli hatte die Parlamentarier laut „Tages-Anzeiger“ nicht über die drohende Millionenklage informiert. Gegenüber dem „Tages-Anzeiger“ wollte sie dazu nicht Stellung nehmen. Man sehe keinen Grund für weitere Zahlungen an Implenia, wird Martellis Sprecher Urs Spinner zitiert. Die Stadt habe sämtliche Verpflichtungen aus dem Werkvertrag vollumfänglich erfüllt, so Spinner weiter. Ist dies der Fall, müsste die Implenia die Kostenüberschreitungen bezahlen. (mai)
 
Siehe auch Artikel "Am Wochenende wird wieder gespielt" vom 1. März 2010 und "Stadion bleibt bis März geschlossen" vom 12. Februar 2010.