Quecksilber in Visp: 89 Parzellen müssen saniert werden

Quecksilber in Visp: 89 Parzellen müssen saniert werden

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Die Untersuchungen zur Quecksilberbelastung in den bewohnten Gebieten südlich von Visp VS sind abgeschlossen. Etwas weniger als die Hälfte der Parzellen sind erheblich bis stark belastet, wie die Walliser Staatskanzlei am Dienstag mitteilte.

Ende Juli hatte der Kanton Wallis bereits darüber informiert, dass auf zwei Parzellen in Visp Süd Spitzenwerte von 250 beziehungsweise 120 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Erde (mg Hg/kg) gemessen worden waren. Der Kanton ging damals davon aus, dass das Bodenmaterial direkt aus dem Werk des Chemiekonzerns Lonza stammte.

Die Analyse der weiteren Untersuchungsdaten hat laut Mitteilung der Staatskanzlei ergeben, dass von den 111 untersuchten Parzellen 62 unbelastet und 49 erheblich bis stark belastet sind. Bei 33 Parzellen wurden Quecksilberwerte zwischen 0,5 und 2 mg HG/kg angezeigt, 16 Parzellen wiesen Werte über 2 mg Quecksilber pro Kilogramm Erde auf und gelten somit als sanierungsbedürftig.

Gesamthaft wurden im Siedlungsgebiet zwischen Raron und Visp seit Anfang 2014 615 Parzellen analysiert. Von diesen müssen 89 Parzellen saniert werden, da die Quecksilberbelastung 2 mg/kg Erde übersteigt. 147 Parzellen gelten zwar als verschmutzt, müssen aber nicht saniert werden, weil die Werte unter der Sanierungsgrenze von 2 mg/kg Erde lagen. 379 Parzellen wurden schliesslich als unbelastet eingestuft, da die Quecksilberkonzentration unter 0,5 mg/kg Erde liegt.

Die Altlasten stammen von der Chemiefirma Lonza, die zwischen 1930 und 1976 Quecksilber in den Grossgrundkanal ableitete. So gelangten damals schätzungsweise 50 Tonnen des hochgiftigen Schwermetalls in die Umwelt.

Ans Tageslicht kam der Umweltskandal aber erst 2010 bei Vorarbeiten zum Bau der Autobahn A9. Zuerst schien sich die Verschmutzung auf landwirtschaftliche Parzellen entlang des Grossgrundkanals und das Firmengelände der Lonza zu beschränken. Im November 2014 dehnte der Kanton den Untersuchungsperimeter aus, nachdem nicht nur in Turtig und Visp West, sondern auch in einem Siedlungsgebiet südlich des Bahnhofs Visp belastete Bodenproben gemacht worden waren. Aktuell laufen auch noch Abklärungen zur vertikalen Ausdehnung der Quecksilberbelastung. (sda)