Quartier mit Anschluss

Quartier mit Anschluss

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Teaserbild-Quelle: Katrin Ambühl
Im Zentrum von Wallisellen entsteht das Richti-Areal. Zurzeit wird auf sieben Baufeldern gleichzeitig gearbeitet. Eines davon ist der Konradhof, eine dichte, urbane und fortschrittliche Wohnüberbauung im Geiste der 2000-Watt-Gesellschaft.
 

Links zu Beteiligten

 
 
  • Aushub/Baugrube: Eberhard Bau AG, Kloten, www.eberhard.ch
  • Verputzte Aussenwärmdämmung: Colaku AG, Zürich, www.colaku.ch
  • Kernbohrungen für geologische Untersuchungen: Stump Foratec AG, Russikon, www.stump.ch
  • Erdsonden: Spross Ga-La-Bau AG, Zürich, www.spross.com
  • Aufzugsanlagen: Kone (Schweiz) AG, Brüttisellen, www.kone.ch
  • Türen in Holz: ZARGAG Zargen & Türen AG, St. Gallen u. Bremgarten, www.zargag.ch
  • Versicherungen: Bauwesen/Montage/Bauherrenhaftpflicht; Allianz Suisse, Zürich, www.allianz-suisse.ch
 
 
Es ist gross, richtig gross: Auf 72 000 Quadratmetern entsteht ein Quartier zum Leben, Arbeiten, ­Einkaufen, Ausgehen. Vom Bahnhof Wallisellen sieht man seit zwei Jahren Kräne in den Himmel ragen, zu Spitzenzeiten waren es bis zu 24. Bis 2014 sollen die Bauarbeiten noch dauern, dann ist das Richti-Areal ­fertig. Ein riesiges Projekt mit einem Investitionsvo-
lumen von rund 700 Millionen Franken. Und ein Projekt, das eine langjährige Planung der Besitzerin Allreal bedingte.
 
1200 Menschen sollen dereinst hier leben, 3000 im Richti-Areal arbeiten. Erschlossen ist das Gebiet perfekt: Die S-Bahn und der Bahnhof, aber auch Bus- und die neue Glatttalbahnstation liegen direkt vor der Haustür. Und natürlich das Einkaufszentrum Glatt, welches das Richti-Areal gegen Süden abschliesst. Nicht nur ­Einkaufsmöglichkeiten und der öffentliche Verkehr sind nah, sondern auch Zürich. Die Stadt ist in nur zehn ­Minuten mit der S-Bahn zu erreichen: Ideale Voraussetzungen also für den Bau eines neuen Stadtteils.
 
Das städtebauliche Muster für die Bebauung der sieben Baufelder beruht auf dem Blockrand-Prinzip. Ein Konzept vom Architekten Vittorio Magnago Lampugnani, der das städtebauliche Leitbild für das Richti-Areal entwickelt. Er und sein Mailänder Studio di Architettura haben auch den Entwurf für den Konradhof gemacht, während die übrigen sechs Baufelder von anderen Architektenteams geplant wurden. «Der Blockrand vermittelt zwischen den riesigen Kuben des Glattzentrums und der kleinteiligen Siedlungsstruktur Wallisellens», begründet Lampugnani seinen Ansatz. Die rund 20 Meter hohen Blockrandbauten mit fünf Vollgeschossen und einem Attikageschoss bilden im Innern ­grosse Grünflächen. Die grösste liegt im Konradhof und entspricht ungefähr der Fläche von zwei Fussballfeldern. Es ist ein Park mit Spielzonen, verschiedenen Aufenthaltsbereichen, einem Teich und einem Wegnetz. Die meisten der 177 Wohnungen des Konradhofs sind auf zwei Seiten ausgerichtet und profitieren vom Innenhof. Dieser dient aber nicht nur als Erholungsraum, er ist auch ein Kraftwerk. Schliesslich ist das Richti-Areal die erste 2000-Watt-Arealüberbauung der Schweiz. So liegen 220 je 225 Meter lange Erdsonden unter dem Boden des Konradhofs. Sie sind das Herzstück des Richti-Areal-Energiekonzepts, das im Vorfeld vom ETH-Bereich Novatlantis wie auch von der Fachstelle 2000-Watt-Gesellschaft überprüft worden war. Das System nutzt Erdwärme und ermöglicht eine CO2-freie Energieversorgung der gesamten Überbauung. Mit der Erdwärme, die vom Konradhof auf alle Baufelder verteilt wird, kann der Energieverbrauch um 80 Prozent reduziert werden. Die restlichen 20 Prozent werden mit Biogas und Strom aus CO2-freier Produktion abgedeckt. Zum fortschrittlichen Energiekonzept gehört auch der Minergie-Standard, dem alle Bauten auf dem Richti-Areal entsprechen, der Einsatz von Wärmerückgewinnungssystemen sowie ein Energiemanagement für maximale Effizienz.

Zwischen Stadt und Land

Insgesamt 177 Eigentumswohnungen sind im Konradhof geplant. Die Bausumme beträgt rund 90 Millionen Franken. Seit Verkaufsstart im Dezember 2010 sind bereits 130 Wohnungen, die im gehobenen Mittelsegment liegen, verkauft worden. Es sind 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen, wobei 80 verschiedene Wohnungstypen zur Auswahl stehen: Die Maisonettewohnungen im Erdgeschoss haben einen separaten Eingang durch den Vorgarten und einen privaten Garten im Innenhof, die Attikawohnungen verfügen über grosse Terrassen und eine Pergola. Von hier, in 20 Metern Höhe, ist der Blick spektakulär: Er schweift über den riesigen parkähnlichen Innenhof, der zurzeit noch mit Baumaterial und -maschinen verstellt ist, auf das Hochhaus des Einkaufszentrums Glatt und seinen neuen Nachbarn, den Büroturm der Allianz. Auch er gehört zum Richti-Areal und ist gerade fertig hochgezogen worden. In die andere Richtung, gegen Norden, zeigt sich viel Grün, ein Kirchturm, das ländliche Wallisellen.
 
Zwischen Erdgeschoss und Attika im sechsten Stockwerk liegen die Geschosswohnungen. Fast alle Wohnungen haben eine Loggia zur ­Strassenseite, auf die die öffentlicheren Räume ausgerichtet sind, und einen Balkon oder eine Terrasse zur Hofseite. Auf diese Seite sind die Schlafzimmer orientiert.

Städtisch-elegant

Mitte 2013 soll der Konradhof bezugsbereit sein. Dann strahlt auch die Fassade in Travertin. Die edle Ausstrahlung kann man bereits heute an der Musterfassade erahnen. Der Naturstein wird auch auf der Richti-Arkade mit Cafés und Läden zum Einsatz kommen und dem Hauptdurchgangsweg durch das neue Stadtquartier eine besondere Bedeutung verleihen. «Die Arkade ist auch ein Ort zum Verweilen», sagt der Architekt Vittorio Lampugnani. «Sie ist eine Bereicherung des öffentlichen Raums.» Der Strassenraum soll gemäss den Architekten die urbane Atmosphäre widerspiegeln, ganz im Kontrast zu den kleinen Parkanlagen im Innern der Gebäudekompositionen, die für das Ländliche stehen.
«Für die Gemeinde war es wichtig, dass die Hauptwege durch das Richti-Areal öffentlich sind und so eine Verbindung zum Bahnhof schaffen», erläutert Peter Aschwanden, Teamleiter Neubau bei Allreal. Die Gemeinde war eng eingebunden in den langen Planungsprozess. «Es spricht für sich, dass wir nur gerade fünf Jahre nach ­Planungsstart mit Bauen beginnen konnten», ist Aschwanden zufrieden.
 
Das ist sicher eine der Besonderheiten dieses Projekts, doch es gibt noch andere: «Die Dimensionen, die lange Vorgeschichte und die 2000-Watt-Vision machen das Projekt speziell», sagt Aschwanden. Ein Gesamtkonzept, das ­offenbar nicht nur Mieter, sondern auch Grossfirmen anspricht: Die Versicherungsgesellschaft Allianz hat sich als Mieterin des Hochhauses und des Bürogebäudes Allianz verpflichtet. Die UPC Cablecom hat im Februar 2012 einen Mietvertrag für das Bürogebäude Richtiring abgeschlossen. Es wird der neue Hauptsitz der Kabelnetzbetreiberin.
 
Mit der Flaniermeile wird das Richti-Areal ­dereinst zum lebendigen Stadtteil. Dazu gehört auch der Favrehof, eine Überbauung mit 118 Mietwohungen, das letzte der sieben Baufelder, für das die Bauarbeiten im März begonnen haben. Seither wird auf allen Baufeldern gleichzeitig gebaut. In Spitzenzeiten arbeiten 475 Leute auf der Riesenbaustelle. «Die grosse Herausforderung besteht darin, sieben Projekte auf engem Raum zu realisieren», betont Aschwanden. «Das braucht viel Koordination, eine gute Planung und Logistik.» Die Strassen werden beispielsweise parallel mit den Hochbauten erstellt.
 
Die etappenweisen Rohbauarbeiten auf dem Konradhof laufen wie geplant und können voraussichtlich im Juli abgeschlossen werden. Seit April werden Stück für Stück die Fenster an den Gebäuden eingebaut. Schon heute sind einige Namensschilder der Wohnungseigentümer angebracht. Doch diese müssen noch bis Mitte nächstes Jahr warten mit Einziehen ins dichte, urbane Quartier. Eine Überbauung mit allen ­Vorzügen einer Stadt: Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Verkehrsmöglichkeiten auf der einen Seite, viel Grün- und Erholungsraum auf der anderen.
 

Übrige Beteiligte

  • Bauherrschaft: Allreal-Gruppe
  • Totalunternehmung: Allreal Generalunternehmung AG, Zürich
  • Architektur: Planungsbüro Studio di Architettura, Milano / Baukontor AG, Zürich