Q2 2016: Zwischenhoch bei steigendem Risiko

Q2 2016: Zwischenhoch bei steigendem Risiko

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Teaserbild-Quelle: MichaelGaida / pixabay.com

Seit vier Quartalen nehmen die geplanten Bauinvestitionen im Vergleich zum Vorjahreswert zu. Auch im 2. Quartal 2016 schnellten sie um 15,6 % nach oben. De facto allerdings ist der Immobilienmarkt weitgehend ausgereizt. Zudem wird das Zwischenhoch durch die Konjunkturlage nicht stabilisiert.

Die Bauwirtschaft gewinnt wieder an Schwung. Ab dem zweiten Halbjahr 2016 bis Ende 2017 wird der Bau sich als Stütze der Konjunktur erweisen, nachdem er im zweiten Halbjahr 2014 und insbesondere 2015 rückläufig war. Der Baukompass hat seit dem 3. Quartal 2015 darauf hingewiesen, dass die geplanten Bauinvestitionen wieder anziehen werden. Die Erhebung der Docu Media Schweiz GmbH ergab: Im 3. Quartal 2015 nahm das Volumen der Baugesuche im Vergleich zum Vorjahresquartal um beachtliche 14,3 % zu. Im 4. Quartal 2015 zog dieser Wert um 10,6 % an und im 1. Quartal 2016 um 10 %. Auch im aktuellen 2. Quartal 2016 stiegen die geplanten Bauausgaben um satte 15,3 %. Der Haupttreiber war der Wohnbau.

Die geplante Bausumme beträgt im 2.Quartal 2016 13,18 Milliarden Franken, nachdem bereits im 1. Quartal Gesuche für 13,23 Milliarden eingereicht worden waren. In der rückläufigen Phase vom 2. Quartal 2013 bis zum 2. Quartal 2015 lag dieser Wert jeweils 0,6 bis 2,3 Milliarden beziehungsweise 5 bis 18 % tiefer.  

Riskanter Immobilienmarkt

Wie lange das Zwischenhoch andauert, ist aber ungewiss. Die Bauwirtschaft profitiert nach wie vor von den tiefen Hypothekarzinsen und den fehlenden Anlagemöglichkeiten auf dem Immobilienmarkt. Ein wirklich stabiler Boden für eine Erholung fehlt. Der Brexit befeuerte zusätzlich den aufgeheizten Markt für Wohneigentum, indem er die rekordtiefen Hypothekarzinsen nochmals leicht nach unten drückte. Investoren und Pensionskassen sehen in Immobilien oder entsprechenden Fonds weiterhin eine Alternative zum übrigen Anlagemarkt, der zunehmend anfälliger auf Rückschläge wird. Die jetzt schon stolzen Preise für Wohneigentum steigen folglich und erhöhen das Kreditrisiko der Banken im Falle eines Konjunkturabschwungs. (Urs Rüttimann)

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie im Baublatt 29 vom 22. Juli 2016.

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