Projekt ist bewilligungsunfähig

Projekt ist bewilligungsunfähig

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Die Berner Stadtregierung hält eine Stadterweiterung im Bremgartenwald nicht für bewilligungsfähig. Das schreibt der Gemeinderat in einem Mitte November veröffentlichten Bericht.

 

Die Ausführungen der Stadtregierung kommen nicht unerwartet. Denn dass das Projekt «Waldstadt Bremer» schwer durchzubringen ist, zeigte sich bereits seit langem. So war in einem im März publizierten Rechtsgutachten nachzulesen, dass das Projekt in der vorliegenden Form kaum eine Bewilligung erhalten würde, weil dazu das nationale Waldgesetz geändert werden müsste – ein Unterfangen, für das sich derzeit keine Mehrheit finden lasse. Letzten Juni bezweifelte auch Stadtplaner Mark Werren, dass die «Waldstadt Bremer» in absehbarer Zeit realisierbar ist.

In seinem Bericht von Mitte November bestätigte der Gemeinderat nun diese Einschätzungen. Das Projekt sei nicht bewilligungsfähig, weil gemäss geltendem Waldgesetz die Aussicht auf eine Rodungsbewilligung für Siedlungszwecke nicht vorhanden sei. Aufgrund der eingeholten Stellungnahmen und Gutachten sei es «zwecklos, eine Stadterweiterung (anstelle eines Teils des Bremgartenwalds) weiter zu verfolgen», schreibt die Stadtregierung weiter. Stattdessen setzt die Stadt nun auf das Viererfeld-Areal, auf dem eine Grossüberbauung entstehen soll.

Die «Waldstadt Bremer» wird seit Jahren kontrovers und emotional diskutiert. Das Projekt sieht vor, dass die Stadt auf Kosten von Wald weiter wächst. Damit könne Bern der Zersiedelung entgegenwirken und einen Beitrag zur Verdichtung des städtischen Zentrums leisten, argumentierten die Befürworter. Für die Kritiker des Projekts war hingegen klar: Der Wald muss der Stadt als Naherholungsgebiet erhalten bleiben. Dieser Ansicht hat sich nun auch der Gemeinderat angeschlossen. (ffi/sda)