Produktionszentrum für Buchenholz geplant

Produktionszentrum für Buchenholz geplant

Gefäss: 

Ein neues Produktionszentrum für Buchenholz soll dafür sorgen, dass bei grösseren Bauten vermehrt auf Buche statt auf Beton und Stahl gesetzt wird. Die Förderung dieses Laubholzes ist Zweck der vergangenen Jahres gegründeten Jura Fagus SA, hinter der unter anderem verschiedene Nordwestschweizer Waldbesitzerorganisationen stehen.

In der Nordwestschweiz bestehen die Wälder zu mehr als der Hälfte aus Buchen. Obwohl sich ihr Holz vor allem wegen seiner Härte gut als Baumaterial eignen würde, ist die Nachfrage nach Buche eher gering. Das will die im vergangenen Mai gegründete Fagus Jura SA ändern. -  Hinter dem Unternehmen in Vedlincourt JU stecken Nordwestschweizer Waldbesitzer Organisationen sowie mit der Corbat Holding SA das grösste Laubholzsägewerk der Schweiz.

Gefördert werden soll das Buchenholz unter anderem mit einem Produktionszentrum. Wie Stefan Vögtli, Projektleiter bei der Fagus Jura SA, in einem Interview der aktuellen Ausgabe des „Schweizer Bauers“ erklärte, hat man dessen Machbarkeit mittlerweile überprüft, das Werk konzipiert und mögliche Produkte entwickelt sowie die Kosten abgewogen. Nächsten Monat soll der Entscheid gefällt werden. Das Werk soll laut Vögtli  in zweit Etappen entstehen: In der ersten wird ein Drittel fertig gestellt, und zwar so, dass dort produziert werden kann. Läuft das Projekt gut an, will man in einer zweiten Etappe den restlichen Teil errichten.  

Bei den Produkten handelt es sich um klassisches Brettschichtholz sowie um plattenförmiges Brettsperrholz. „Das Ziel wäre, dort mit Holz zu arbeiten, wo man heute Beton und Stahl einsetzt“, sagt Vögtli. Das heisse, Stahlträger durch Buchenbalken und Beton- sowie Backsteinmauern durch Buchenplatten zu ersetzen. Als mögliche Abnehmer sieht er Holzbaufirmen, der Holzhandel und grössere Baufirmen, die vermehrt im Holzbau unterwegs sind.  Und bei den Projekten denkt Vögtli nicht an Einfamilienhäuser, sondern an mehrgeschossige Bauten wie Wohnblöcke, Industriegebäude oder etwa Schulhäuser. „Wir sehen den Einsatz der  Buche dort, wo die Fichte aus statischen Gründen nicht mehr eingesetzt werden kann.“

Dass das Buchenholz derzeit eher ein Stiefmütterchendasein fristet, dürfte an seiner Härte liegen. Sie ist  damit nicht nur ein Vorteil sondern auch ein Nachtteil: Es bedarf anderer Verarbeitungstechniken und Werkzeuge als etwa beim häufig verwendeten Fichtenholz.  Zudem ist laut Vögtli der Materialverschleiss bei der Buche höher, was Bauprodukte aus diesem Holz teurer macht als etwa solche aus Nadelhölzern. (mai)