Pritzker Preis geht posthum an Frei Otto

Pritzker Preis geht posthum an Frei Otto

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Teaserbild-Quelle: Anton Funzel, pixelio,.de

Das geschwungene Zeltdach des Münchner Olympiaparks ist eine Architekturikone.  Ihr Schöpfer Frei Otto ist vorgestern Montag im Alter von 89 Jahren gestorben. Der deutsche Architekt  wird nun mit dem Pritzker-Preis geehrt.

Damit reiht er sich ein in eine erlauchte Runde. Vor ihm erhielten ihn etwa Oscar Niemeyer, Tadao Ando, Jørn Utzon, Peter Zumthor und  Zaha Hadid. Mit Otto geht das architektonische Gegenstück zum Nobelpreis zum Zweiten Mal in seiner 40jährigen Geschichte an einen Deutschen, Gottfried Böhm hatte ihn 1986 erhalten.

„Die Nachricht seines Todes ist sehr traurig“, teilte die Jury mit. Vor rund zwei Wochen hatten sich ihre Mitglieder für Frei entschieden. Mitte Mai hätte ihm der mit 100‘000 Dollar dotierte Preis offiziell in Miami überreicht werden sollen. Wegen Ottos Tod ging die Meldung, dass er der aktuelle Preisträger ist, nun früher raus.

Immerhin konnte er vom Preiskommittee  noch persönlich benachrichtigt werden: Er habe sich sehr über den Preis gefreut.  „Ich habe nie etwas dafür getan, diesen Preis zu gewinnen“, wird der verstorbene im Mediencommuniqué zitiert. Treibende Kraft bei seiner Arbeit sei es immer gewesen, Gebäudetypen zu entwerfen um  armen Menschen und besonders jenen in von Natur- und anderen Katastrophen heimgesuchten Gebieten zu helfen. So lobte denn die Jury auch Ottos „ganzheitlichen Ansatz“  bei seiner Architektur, weil mit Umweltwissenschaftlern, Biologen, Ingenieuren, Künstlern und anderen Architekten zusammengearbeitet habe. Otto sei ein Pionier gewesen, was den Einsatz moderner zeltartiger Leichtbaustrukturen anbelange.  (mai)