Pritzker-Preis für Alejandro Aravena

Pritzker-Preis für Alejandro Aravena

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Teaserbild-Quelle: Cristobal Palma / PD

Seit gestern gehört Alejandro Aravena zu einer erlauchten Runde: Er wurde mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet. Der chilenische Architekt ist nach Luis Barragán (1980), Oscar Niemeyer (1988) und Paulo Mendes Rocha (2006) der vierte Südamerikaner, dem diese Ehre zuteil wurde.

Der 48-Jährige arbeitet in Santiago de  Chile und überzeugte die Jury unter anderem mit seiner „kraftvollen“ und gleichzeitig sozial engagierten Architektur. Er gehöre zu einer führenden Generation junger Architekten, die ein ganzheitliches Verständnis gegenüber der gebauten Umwelt hätten, heisst es im Jurybericht.  „Nur wenige setzen sich mit den Fragen moderner Architektur auf derart künstlerische  Weise auseinander  und beziehen gleichzeitig gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen mit ein wie Aravena.“

Einen Schwerpunkt in Aravenas Arbeit bilden Sozialüberbauungen.  Sein Wissen darum, wie wichtig die Bedürfnisse ihrer Bewohner und ihrer Teilnahme an einem Projekt wichtig seien, eröffne Unterprivilegierten völlig neue Möglichkeiten, so die Jury. „Damit gibt er dem Beruf des Architekten eine völlig neue Dimension.“ – Dazu passt auch, dass ein weiterer Schwerpunkt seines Schaffens auf dem Wiederaufbau von Städten nach Naturkatastrophen liegt.

Als weitere wichtige Bauten hebt die Medienmitteilung der Pritzker-Stiftung verschiedene energieeffiziente Gebäude für den Campus der katholischen Universität in Santiago de Chile hervor, an der einst auch studierte. Sie reagierten auf das lokale Klima mit innovativen Fassaden sowie Grundrissen und böten ihren Nutzern Innern viel Tageslicht. Zudem werden die St. Edwards-Universität in Texas erwähnt sowie ein Bürogebäude für die Novartis, das derzeit in Shanghai im Bau ist.

Arvena, der an der diesjährigen Architekturbiennale übrigens auch als Direktor amtet, kommentierte die Auszeichnung in der Wir-Form, was zu ebenfalls zu seinem sozialen Engagement passt: „Rückblickend sind wir sehr dankbar. Nichts was wir erreichten, ist eine Angelegenheit des Einzelnen. Architektur ist eine kollektive Disziplin.“ (mai)