Preisvergabe imTempel der Architektur

Preisvergabe imTempel der Architektur

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Das Stahlbau Zentrum Schweiz hat an der ETH Zürich den Schweizer Stahlbaupreis Prix Acier 2009 verliehen. Anwesend waren die Projektteams der fünf Preisträger und sieben Anerkennungen sowie viel Publikum aus Hochschule, dem Bauwesen und der Politik. Im Anschluss an die Verleihung wurde die Ausstellung zu den ausgezeichneten Projekten eröffnet.
 
Der Hörsaal an der ETH Hönggerberg war am Abend des 30. September brechend voll. Aus der ganzen Schweiz waren die prominenten Siegerteams des Prix Acier angereist. Insbesondere die Delegationen aus dem Tessin und der Westschweiz waren zahlreich vertreten. Geschätzt wurde die Veranstaltung auch von den Studenten der Architektur- und Bauabteilung, die hier Gelegenheit hatten, auf die Stars und Protagonisten der Stahlbaupraxis zu treffen.
 
Mit Spannung wurde der Vortrag von Christian Kerez, dem Architekten der Schulanlage Leutschenbach, erwartet. Schon im Vorfeld polarisierte dieses spektakuläre Bauwerk die Bauwelt sowie die Tages- und Fachpresse. Aufschlussreich waren seine Ausführungen zu Entwurfsprozess, Raumkonzeption und Tragstruktur. Den Prozess der Formfindung des «Baldachin Bahnhofplatz Bern» sowie Details zur Umsetzung erläuterte Valentino Marchisella als Vertreter der Architekten in seinem Vortrag. Am Beispiel der hochintegrierten Stahl-Glas-Fassade sowie des Atriums des Hauptsitzes vom «Merck Serono in Genf» zeigte der Ingenieur Wolfgang Straub von Werner Sobek, Stuttgart, den Stand der Technik auf. Die hohe Qualität der Planung führt er auf die enge Zusammenarbeit von Architekt (Murphy/Jahn, Chicago) mit dem Ingenieurbüro Sobek zurück, die er mit dem Begriff «Archineering» beschreibt. Kenneth Ross illustrierte das Tragwerk des Projektes «IMD – Maersk McKinney Moller Center» mit dem Vergleich von 3D-Darstellungen aus der Planungsphase mit Fotos des fertiggestellten Gebäudes. Mit einer poetischen Animation, welche den Gestaltungsprozess veranschaulichte, berichtete der Ingenieur Giorgio Masotti von der Realisierung der «Passerelle sur la Verzasca».
 
Nach jedem Vortrag wurde die Laudatio der Jury verlesen und die Urkunde und Skulptur Prix Acier des Künstlers Alvar Neuenschwander an die Beteiligten (Bauherr, Architekt, Ingenieurbüro sowie Stahlbauunternehmen) überreicht. Die Anerkennung für die übrigen sieben Projekte wurde mit einer Laudatio und einer Urkunde gewürdigt. Auch das Stadion Letzigrund fand nochmals Anerkennung als Preisträger des European Steel Design Award 2009.

Räumlich spannend inszeniert

Um die hohe Qualität des Schweizer Stahlbaus einer breiten Öffentlichkeit und insbesondere den Studenten der Architektur nahe zu bringen, konzipierte und realisierte das Stahlbau Zentrum Schweiz (SZS) in Zusammenarbeit mit dem gta Ausstellungen der ETH die Ausstellung «Prix Acier 2009». Die Ausstellung zeigt die Preisträger und Anerkennungen 2009 sowie den Europäischen Stahlbaupreis 2009 in einer spannenden räumlichen Inszenierung. Zwei Meter hohe Raumkörper aus rohem, unbehandeltem Stahlblech zeugen von der kraftvollen Präsenz dieses harten, aber formbaren Materials. Die Stelen sind eingebettet in einen schwebenden Boden aus Stahlrosten, die einen Hauch von Flugrost angesetzt haben und damit einen warmen Grundton setzen. Die Projekte werden auf leuchtenden LED-Platten präsentiert, sodass die gesamte Ausstellung in perfektem Licht erstrahlt. Diese Ausstellung wurde im Anschluss an die Preisverleihung feierlich eröffnet. (pd)