Preisverdächtiger Sechseläutenplatz

Preisverdächtiger Sechseläutenplatz

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Teaserbild-Quelle: Deutscher Naturwerkstein-Verband / PD

Alljährlich kürt der Deutsche Naturwerkstein-Verband Architektur, bei der auf besonders gelungene Weise Naturstein eingesetzt wurde. Mittlerweile stehen die nominierten Objekte fest – darunter sind auch drei aus der Schweiz.

Vergeben wird der Deutsche Natursteinpreis jeweils in drei Kategorien: „Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten“, „Landschaftsbau und Freiraumgestaltung“, „Massive Bauteile und Bauen im Bestand“ sowie „Ein- und Mehrfamilienhäuser“.

Aus der Schweiz wurde der Zürcher Sechseläutenplatz der Vetschpartner Landschaftsarchitekten in der Kategorie „Landschaften und Freiraumgestaltung“ nominiert: Die „mutige Idee zur Generierung eines neuen städtischen Ortes“ habe überzeugt, heisst es dazu in der Begründung der Jury. Sie spricht zudem von einer „noblen Materialisierung“ und verweist auf die englisch verlegten, massiven Quarzitblöcke. Lob finden auch die Wasserspiele und die Bäume  an den Rändern des Platzes. Somit stelle der Platz „einen wesentlichen Beitrag zur gegenwärtigen Diskussion um die Bedeutung des öffentlichen Raumes“ dar.

Die anderen beiden Bauten haben Chancen auf einen Preis in der Kategorie „Ein- und Mehrfamilienhäuser“. So wurde ein Wohnhaus aus Bruchsteinen im bündnerischen Sent aus der Feder des Büros Renato Maurizio nominiert. Das Gebäude fasziniere durch „die Frische und die unaufdringliche Modernität des Entwurfs bei einem gleichzeitig starken örtlichen Bezug“, erklärt die Jury ihre Wahl. „Man verwendete, wie man das über Tausende Jahre in alter Zeit schon immer getan hatte, einfach für die Fassade das Material des eigenen Aushubs und des nächstgelegenen Steinbruchs“, heisst es weiter. Dass der Stein nicht nur die Fassade, sondern auch die Innenräume grossflächig prägt, hat ebenfalls zur Nominierung beigetragen. Der Einsatz der alten lokalen Verarbeitungstechnik sei „vorbildlich“.

Beim zweiten Objekt handelt es sich um das Quartier de Grand-Pré in Lausanne, das von den Luscher Architectes SA entworfen worden ist. Die Jury erachtet die Überbauung als eine „gelungene Lösung“, die zeigt, wie im Einzugsbereich einer Stadt ein bestehender Dorfkern in grösserer Verdichtung weiterentwickelt  werden könne. Die homogene Fassade aus fugenlos verarbeitetem Travertin unterstreiche den monolithischen Charakter der Wohnanlage. Gleichzeitig wird in den Augen der Jury die Vielfalt der bestehenden Dorfstruktur „gekonnt in eine modern Interpretation übersetzt“.

Der Preis wird am 12. Mai, am Vortag der Natursteinefachmesse „Stone+tec“ in Nürnberg statt. (mai)