Preisgekrönte Durchblicke und Zwischenräume

Preisgekrönte Durchblicke und Zwischenräume

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Teaserbild-Quelle: © Nils Clauss, architekturbild 2011
Architektur ist nicht nur Beton, Stahl oder Glas, sondern auch das, was dazwischen ist. So sehen es zumindest die Organisatoren der aktuellen Ausgabe des Europäischen Architekturfotografie-Preises: Es wurden Werke zum Thema „Dazwischen I in between“ ausgezeichnet. Unsere Bilderstrecke gibt einen kleinen und spannenden Überblick.
 
 
Die Wahl war aufwändig, denn insgesamt hatten 269 Fotografen aus 15 Ländern teilgenommen. Die preisgekrönten Arbeiten zeigen urbane Landschaften und schärfen den Blick für Unscheinbares und oft auch für Zufälliges. Besonders schön thematisiert dies die Bildserie des Deutschen Nils Clauss, des Gewinners des ersten Preises. Unter dem Titel „Urban Nature“ war er in Seoul unterwegs und dokumentierte die Sehnsucht der Bewohner der Megacity nach unberührter Natur: Auf einer Mauern flattern Kraniche über ein bewaldetes Flussufer und auf der Wand eines Hochhauses schlängelt sich ein Bach durch eine blühende Wiese.
 
Ebenfalls einen Preis erhielt der Schweizer Paul Duri Delgonda: Sujet seiner Bildserie ist das Zentrum Paul Klee. Er fotografierte die Besucher, die sich in den Scheiben des Museums spiegeln und montierte diese Bilder dann zusammen. Mit einem weiteren Preis geehrt wurde die Arbeit des Deutschen Dawin Meckel, der die einst boomende Industriestadt Detroit mit der Serie „Down Town“ porträtierte. (mai)
 
Diese und weitere ausgezeichnete Bilder sind noch bis 19. Juni im Deutschen Architektur Museum in Frankfurt zu sehen. Danach geht die Ausstellung auf Wanderschaft: vom 28. Juni bis 10. Juli ist sie im KAZimKUBA in Kassel, vom 22. Juli bis 19. September in der Städtischen Galerie im Schloss in Isny und vom 28. September bis 20 November in der vhs-photogalerie im TREFFPUNKT Rothebühlplatz in Stuttgart.
 
Weitere Informationen zur Ausstellung
Website des deutschen Architekturmuseums www.dam-online.de
 
 
 

Der Preis und die Aulober

Erstmals wurde der Europäische Architekturfotografie-Preis 1995 ausgelobt. Seitdem wird die mit 6000 Euro dotierte Auszeichnung alle zwei Jahre vergeben – verbunden mit den 28 besten Bildserien als Katalog und einer internationalen Wanderausstellung. Die kulturelle Bedeutung des Preises habe nahegelegt, ihn einer gemeinnützigen Organisation anzuvertrauen, schreiben die Organisatoren in ihrer Medienmitteilung. Somit wurde 2003 der architekturbild e.v. – Verein zur Förderung der fotografisch-künstlerischen Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt – mit Sitz in Stuttgart gegründet. Er zählt inzwischen über hundert Mitglieder. Seit 2008 wird der Europäische Architekturfotografie-Preis in Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum ausgeschrieben und vergeben. (mgt)