Preisaufschlag für die neue Schanze

Preisaufschlag für die neue Schanze

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Teaserbild-Quelle: Visualisierungen Küchel Architects

Vor gut einem Jahr haben die Abbrucharbeiten an der grossen Olympiaschanze von St. Moritz begonnen. Hier sollen eine neue grosse Schanze und drei kleinere Übungsschanzen gebaut werden. Mit der beabsichtigten Wiederaufnahme des Sprungbetriebes in der Wintersaison 2015/16 wird wohl nichts werden, nachdem wegen der angekündigten erhöhten Kosten jetzt die Planungen unterbrochen wurden.

Das Projekt war sofort mit einem kleinen Eklat gestartet, als ein voreiliger Bauarbeiter auch gleich mit dem Abmontage der danebenstehenden, kleineren Schanze weitermachte. Geplant ist der Neubau einer grossen Schanze sowie drei kleiner Trainingsschanzen. Die Anlage wäre somit auch für die Austragung internationaler Veranstaltungen wie Weltcupspringen geeignet.

Nun macht das Projekt wieder von sich reden: Die Stimmbevölkerung hatte für die neue Skisprung-Anlage Baukosten in der Höhe von 11,5 Millionen Franken zugestimmt. Die werden wohl nicht ausreichen. Laut einer Kostenanalyse müsse für eine weltcuptaugliche Anlage von Mehrkosten von 6 bis 8,6 Millionen Franken ausgegangen werden, berichtet die «Südostschweiz».

Die Mehrkosten basieren vor allem auf einer architektonischen Aufwertung, umfangreicheren Tiefbauarbeiten, zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen, der Elektrifizierung und Beleuchtung sowie Beschneiungsanlagen. Insgesamt sind also mit Kosten von 17,5 bis 20, 1 Millionen Franken zu rechnen.

Geplant war zunächst mit der Fertigstellung der neuen Schanze bis zum Beginn der diesjährigen Wintersaison. Doch noch steckt das Projekt in der Projektierungsphase, die nun unterbrochen wird, um verschiedene Finanzierungsprojekte zu prüfen.

Seit 1905 steht in St. Moritz eine Schanze. Die erste, die Julierschanze, wurde war bis Mitte des letzten Jahrhunderts in Betrieb und verfiel dann. In den Jahren 1926/27 wurde an einer anderen Stelle die Olympiaschanze errichtet. Am 27. Januar 1927 wurde diese Schanze mit einem K-Punkt von 66 Metern eingeweiht. 8000 Zuschauer konnten ein Jahr später das Spektakel verfolgen. Genau 20 Jahre später war die Schanze nochmals Austragungsort der Olympischen Spiele. Danach wurde sie für nationale und internationale Springen, unter anderem für Continentalcup-Wettkämpfe, seit 1992 für Weltcup-Springen und 1998 für die Nordischen Junioren-Weltmeisterschaften genutzt. Die Schanze wurde einige Male ausgebaut und erweitert und wurde auf Grund der guten Schneesicherheit in 1800 Meter Höhe oft von internationalen Nationalmannschaften zum Training genutzt. Im Jahr 2006 wurde die Normalschanze stillgelegt. (cb)