Preis für eine ETH-Premiere und ein „altes“ Trinkwassernetz

Preis für eine ETH-Premiere und ein „altes“ Trinkwassernetz

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Heute wird der Schweizer Energiepreis Watt d'Or 2010 zum vierten Mal vergeben. Die Sieger haben laut dem Bundesamt für Energie (BFE) mit wegweisenden Projekten - darunter eine Weltneuheit der ETH Zürich –mitgeholfen, den Weg in eine nachhaltige Energiezukunft vorzuspuren.
 
Eines der fünf Siegerprojekte ist Weltpremiere der ETH Zürich. Ein Team um Lino Guzzella hat einen pneumatischen Hybridmotor entwickelt: Dieser kann bei Mehrkosten von 20 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Motoren bis zu 30 Prozent Energie einsparen.
 
Ebenfalls mit einem Watt d’Or geehrt wurde die Tessiner Gemeinde Gordola: Anstatt in ein neues Trinkwassernetz zu investieren, hat sie die Lecks im bestehenden Netz geflickt und die Wasserverbrauchsspitzen gebrochen. Mit dem dadurch eingesparten Strom könnten 200 Haushalte ein ganzes Jahr versorgt werden.
 
Mit dem Watt d'Or gewürdigt wurde ferner der Gasverbund Mittelland AG. Er realisierte im solothurnischen Oberbuchsiten ein Kraftwerk der besonderen Art: Eine so genannte Erdgasentspannungsanlage schöpft die Energie ab, die entsteht, wenn Gas vom Hochdruck der Hauptleitungen auf Niederdruck für die Konsumenten gebracht wird. Statt diese CO2-arme Energie verpuffen zu lassen, wird damit Strom für 1200 Haushalte erzeugt.
 
Des weiteren zählt die "SwissFarmerPower" AG zu den Siegern. Sie betreibt in Inwil LU die schweizweit grösste Biogasanlage. Sie verarbeitet biogene Abfälle zu Biogas für Erdgasfahrzeuge. An der 22 Millionen Franken teuren Anlage sind 72 Landwirte beteiligt.
 
Beeindruckt zeigte sich die Jury auch von einem "Plusenergiehaus". Die Zürcher Viridén und Partner AG haben zwei 1896 errichtete Mehrfamilienhäuser in Basel zusammengelegt und diese so modernisiert, dass sie übers Jahr weniger Energie für Wärme verbrauchen als sie produzieren.
 
Insgesamt standen 60 Projekte zur Auswahl, die von einem Expertenteam evaluiert worden waren. Davon nominierte das Team 18 Beiträge für die Endrunde. Unter dem Vorsitz von Altnationalratspräsidentin Chiara Simoneschi-Cortesi (CVP/TI) kürte die Jury schliesslich die fünf Siegerprojekte. (sda)