Portugiesen gewinnen Wettbewerb für Lausannes „pôle muséal“

Portugiesen gewinnen Wettbewerb für Lausannes „pôle muséal“

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Teaserbild-Quelle: zvg

Ein schlichter Betonquader mit einem Zickzackband aus Glas – so stellen sich die portugiesischen Architekten Manuel und Francisco Aires Mateus das zweite Museumsgebäude des „pôle muséal“  beim Gleisfeld des Lausanner Bahnhofs vor.

Mit dem „pôle muséal“  entschärft die Stadt die teils prekären Raumverhältnisse an den aktuellen Standorten des Designmuseums (mudac), des der Fotografie gewidmeten Musée de l’Elysée und vor allem des Waadtländer Kunstmuseums: Die drei Ausstellungsstätten sollen neu in einem Museumsquartier beim Gleisfeld von Lausannes Bahnhof Platz finden.

Seit gestern steht fest, wie der „pôle muséal“  dereinst aussieht: Am Montag wurde der Neubau, in dem das mudac und das Musée de l’Elysée untergebracht werden sollen, den Medien vorgestellt. Die portugiesischen Architekten Manuel und Francisco Aires Mateus konnten mit ihrem Vorschlag  die Jury des Architekturwettbewerbs überzeugen. Dies gelang ihnen nicht nur mit der laut Jury „starken, schlüssigen“ Linie ihres Projektes, sondern auch deshalb, weil sie für die beiden Ausstellungstätten statt mehrerer  Bauten lediglich ein Gebäude vorgeschlagen haben.

Bei ihrem Entwurf handelt es sich um einen schlichten flachen Betonquader, dessen unterer Bereich ein zickzackförmiges Band aus Glasfronten prägt. Errichtet wird er in der Nähe des Standorts der alten Lokomotivhalle. Diese soll demnächst abgerissen  und mit dem Neubau des kantonalen Kunstmuseums aus der Feder des spanischen Büros Barozzi Veiga ersetzt werden.  Zwischen den beiden Museumsbauten entsteht so ein grosszügiger Platz. Diesen Eindruck verstärkt das Foyer von Aires Mateus' Quaders, welches den Platz mit seiner offenen Gestaltung zusätzlich zu vergrössern scheint. Zudem konzipierten die Architekten den Eingangsbereich so, dass er  allen drei Institutionen dienen kann: Sie schlagen vor, hier die Billetkassen,  Museumsshop und ein Restaurant unterbringen. Daneben sollen im Parterre Archivräume Platz finden.  

100 Millionen Franken für den Neubau

Für das prestigeträchtige Projekt wird mit Kosten von rund 100 Millionen Franken gerechnet. Davon übernimmt der Kanton Waadt 40 Millionen und 20 Millionen finanziert die Stadt. Die restlichen 40 Millionen werden von privater Seite bezahlt. Läuft alles nach Plan, wird das neue Museumsquartier 2020 eröffnet. Ob sich dieser Zeitplan einhalten lässt, ist noch nicht ganz klar: Der Ersatz der  Lokremise mit dem Kunstmuseum erfreut nicht alle. Eine Gruppe von Anwohnern hatte gegen das  Bauvorhaben Rekurs erhoben und diesen bis vor Bundesgericht gezogen. Unter anderem kritisierten sie, dass es dem Projekt an Ästhetik und Integration in die Stadtlandschaft mangle. Zudem erachten die Gegner die Stadt Lausanne als befangen, weil sie über Einsprachen entscheidet und gleichzeitig zusammen mit dem Kanton als Bauherrin auftritt.  Wie der Waadtländer Finanzdirektor Pascal Broulis an der gestrigen Medienkonferenz zum Projekt Neubau erklärte, ist der Schriftenverkehr erledigt. Stadt und Kanton erwarten den Entscheid des Bundesgerichts demnächst. (mai)