Politiker von links bis rechts gegen dritte Lavaux-Initiative

Politiker von links bis rechts gegen dritte Lavaux-Initiative

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Eisige Brise für Landschaftsschützer Franz Weber: Im Kanton Waadt stellt sich seiner Volksinitiative „Sauver Lavaux III“ eine breite Front entgegen. Politiker von links bis rechts lancierten eine Kampagne für den Gegenvorschlag. Aus ihrer Sicht verhindert Webers Initiative jegliche Entwicklung im berühmten Weinbaugebiet am Genfersee.

Am 18. Mai muss das Waadtländer Stimmvolk zum dritten Mal über den Schutz des als UNESCO-Welterbes anerkannten Weinbaugebiets befinden. Dies, nach dem es Franz Weber 1977 mit einer ersten Volksinitiative geschafft hatte, dass der Schutz des Lavaux in die Waadtländer Verfassung aufgenommen wurde. Als der Schutz aus der Verfassung gestrichen wurde, lancierte Weber eine zweite Initiative, die 2005 die Zustimmung des Souveräns fand. Die dritte Initiative rief er ins Lebebn, weil unter anderem  seiner Meinung nach die zweite Initiative zu wenig sorgfältig und streng umgesetzt wurde.

Wird die dritte Initiative angenommen, wird der Landschaftsschutz noch weiter als bisher ausdehnt wird. Sie käme praktisch einem Bauverbot gleich, in geschützten Zone wäre keinerlei Bautätigkeit mehr erlaubt. Der Waadtländer Regierung und dem Kantonsparlament geht die Initiative zu weit: Deshalb hat der Grosse Rat mit 124 gegen 12 Stimmen dem Gegenvorschlag zugestimmt.

 „Ballenberg“ statt Rebberg?

Die Initiative verbiete jede Neuerung, so SP-Nationalrat Jean Christophe Schwaab in Aran VD. Das Lavaux werde zu einer Art „Ballenberg“ gemacht, wenn die Bevölkerung die Volksinitiative des Umweltschützers Franz Weber annehme. Derweil verwies FDP-Grossrat und Winzer Maurice Neyroud darauf, dass er keine fünf Winzer kenne, die hinter der Initiative stünden. Die von von Franz Weber angeprangerte Immobilienspekulation im Lavaux bezeichnete er als „erfunden“. Die Weinbranche sei wegen der tiefen Preise, dem rückläufigen Weinkonsum und Einschränkungen für Winzer unter Druck, sagte Neyroud. Die Initiative mache es unmöglich, die Rebberge den neuen Arbeitsbedingungen anzupassen.

Der Gegenvorschlag will die Bauzonen in den Gemeinden innert fünf Jahren von heute 40 auf 20 bis 25 Hektaren reduzieren. Er sieht zudem Hilfen an die Winzer vor, insbesondere für den Unterhalt der Mauern der Weinbauterrassen. (mai/sda)