Pläne für Hochwasserschutz zwischen Thun und Bern liegen auf

Pläne für Hochwasserschutz zwischen Thun und Bern liegen auf

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Teaserbild-Quelle: Pixelio
Zwischen Thun und Bern soll die Aare während der nächsten 25 Jahre wieder mehr Platz erhalten. Damit soll der Hochwasserschutz verbessert und der Fluss wieder natürlicher werden. Von diesem Projekt sind insgesamt 18 Gemeinden betroffen.
 
 
"Ein Meilenstein" bei der Umsetzung eines nachhaltigen Hochwasserschutzes zwischen Bern und Thun sei erreicht, erklärt die kantonale Baudirektorin Barbara Egger-Jenzer anlässlich einer Pressekonferenz. Vertreter von Kanton, allen Gemeinden sowie den Verbänden haben das Projekt vor kurzem einstimmig verabschiedet.
 
Nun liegen die Pläne des Projekts „aarewasser“ öffentlich auf. Es setzt sich aus insgesamt 25 Einzelmassnahmen zusammen. Der Fluss soll an mehreren Stellen verbreitert werden und neue Seitenarme erhalten. Dies soll laut Medienmitteilung die Bevölkerung besser vor künftigen Hochwassern schützen und gleichzeitig die Trinkwasserversorgung sicher stellen. Überdies will man mit den Massnahmen den Aareraum ökologisch aufwerten und damit für Erholungssuchende attraktiver gestalten.

Über 100 Millionen Franken

Bis anhin gingen die Projektverantwortlichen von Kosten von 50 Millionen Franken aus, mittlerweile rechnet man aber mit Investitionen von 78 Millionen. Hinzu kommen noch 30 Millionen für den Unterhalt jener Uferpartien, für die keine Massnahmen vorgesehen sind. Diese Ausgaben wären auch ohne Realisierung des Projektes angefallen, wird dazu in der Pressemitteilung des Kantons ausgeführt. Damit werden Kanton, Gemeinden, Bund und Dritte nun für den nachhaltigen Hochwasserschutz an der Aare zwischen Thun und Bern insgesamt 108 Millionen Franken investieren.
 
Die geplanten Massnahmen sollen etappenweise umgesetzt werden. Dabei wird von einem Zeitrahmen von insgesamt 25 Jahren ausgegangen. Bis aber überhaupt mit den Arbeiten begonnen werden kann, braucht es eine Genehmigung der Pläne. Diese erwartet Projektleiter Adrian Fahrni vom kantonalen Tiefbauamt im nächsten Jahr. Der Kreditantrag soll dem Grossen Rat 2011 unterbreitet werden. Läuft alles reibungslos, werden frühestens im Winter 2011 die Arbeiten aufgenommen. (mai)
 

Hintergrund zum Projekt nachhaltiger Hochwaserschutz Aare Thun-Bern

Das Projekt geht auf das Jahrhunderthochwasser von 1999 zurück, als unter anderem das Belpmoos zu einem grossen See wurde und der Flughafen Bern-Belp in der Folge den Betrieb einstellen musste. Schon vorher war aber klar geworden, dass sich die Aare je länger, je mehr in den Untergrund einfrisst. Augelöst haben dies unter anderem die Aarekorrektion sowie die Umleitung der Kander in den letzten drei Jahrhunderten. Die Begradigung bedeutete für die Aare höhere Fliessgeschwindigkeiten und die Umleitung der Kander entzog dem Fluss Kies.
 
Nun sollen der Aare 40 Hektaren Fläche zurückgegeben werden. Damit will man verhindern, dass sich die Aare weiter in den Untergrund einfrisst, durchschnittlich bedeutet dies einen halben bis einen Zentimeter pro Jahr. Diese Erosion hat auch zur Unterspülung der Uferverbauungen geführt und bedroht die Trinkwasserversorgung. Zumal damit auch der Grundwasserspiegel sinkt.
 
Zwei der Massnahmen sind schon ganz oder teilweise umgesetzt. So erhielt die Aare in der Rubiger Hunzigenau einen neuen Seitenarm. Die Behörden haben dort eine positive Bilanz gezogen. (sda/mai)