Pläne für grösste Schweizer Industriebrache

Pläne für grösste Schweizer Industriebrache

Gefäss: 
Die grösste Industriebrache der Schweiz liegt im Kanton Solothurn auf dem Boden der Gemeinden Riedholz und Luterbach, mitten hindurch fliesst die Aare. Wie die 110 Hektaren dereinst bebaut werden sollen, legen die Masterpläne für das Süd- und das Nordareal fest. Sie sind heute Donnerstag vorgestellt worden.

 

„Wir haben die Chance, eine Perle an der Aarea zu realisieren“, kommentierte Solothurner Baudirektor Walter Straumann das voraussichtlich sich bis zu 30 Jahre hinziehende Projekt, das der Kanton mit der Attisholz Infra AG (AIN) in Zusammenarbeit mit den Standortgemeinden realisieren will.

Arbeiten im Süden…

Südlich des Aare-Ufers plant der Kanton als grösster Grundeigentümer  ein Arbeitsplatzgebiet von nationaler Bedeutung. Dabei geht es um eine Bruttogeschossfläche zwischen 200'000 bis 380'000 Quadratmetern mit bis 5200 Arbeitsplätzen, die dort innerhalb 20 bis 30 Jahren entstehen sollen. Ansiedeln sollen sich dort Unternehmen der Cleantech-Branche. Damit will der Kanton die Ausstrahlung des Areals stärken und danut gleichzeitig die regionale Wirtschaft fördern. Ein Baufeld von  9.4 und eines von 5 Hektaren sind für Grossprojekte reserviert. Der Masterplan für das Südareal stammt aus der Feder des Büros Metron.

…und wohnen im Norden

Nördlich der Aare will die AIN am Standort der ehemaligen Zellstofffabrik Borregard, die 2008 dicht machen musste, ein vielfältiges Quartier realisieren. Es soll sich durch einen Mix aus hochwertigem Wohnen, Gewerbe und Dienstleistungen auszeichnen. Im Masterplan der niklaus fausch architekten ist für den Gesamtperimeter eine Bruttogeschossfläche zwischen 85'000 bis 130'000 Quadratmetern vorgesehen. Dies bedeutet  600 bis 1000 Arbeitsplätze und Raum für 400 bis 800 neue Einwohner innert 20 bis 30 Jahren. Das Zusammenspiel ehemaliger Industriegebäude  und Neubauten garantierten für eine „attraktive Identität“ schreiben der Kanton und AIN in ihrer gemeinsamen Medienmitteilung.

Potenzielle Interessenten für Flächen im Süden und im Norden gibt es bereits. Wie der Kanton und die AIN mitteilen, sind sie mit ihnen in Kontakt. Und zwar sowohl für weitere Zwischennutzungen als auch für definitive Projekte. Die Anfragen würden derzeit geprüft, heisst es weiter.

Erschliessung über Schiff und Brücke?

Während der kommenden Monate geht es für den Kanton und die AIN neben der Nutzungplanung um die Zugänge zu den Aareufern. So steht etwa zur Diskussion, die Eisenbahnbrücke zwischen den beiden Arealen für Velofahrer und Fussgänger zu öffnen. Eine zentrale Erschliessungsachse sowie  eine Schiffsverbindung zwischen Solothurn und Attisholz sind ebenfalls ein Thema.  (mai)