Pläne des Waadtländer Parlamentsgebäudes überarbeitet

Pläne des Waadtländer Parlamentsgebäudes überarbeitet

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Teaserbild-Quelle: zvg
Der Protest gegen das künftige Waadtländer Parlamentsgebäude aus der Feder des Lausanner Ateliers Cube hat Früchte getragen: Das Dach des Neubaus wird nun mit roten Ziegeln belegt anstatt mit grauem Stahl verkleidet. – Heute hat die Regierung dem revidierten Projekt zugestimmt.
 
 
Doch das ist nicht die einzige Anpassung, welche die Architekten vorgenommen haben. Auch die ursprünglich asymmetrische Form des Daches wurde ausgeglichen. Damit fügt sich der Neubau im Vergleich zu vorher mehr oder weniger unauffällig ins Stadtbild ein. Ein weiterer Grund ist der Umstand, dass das überarbeitet Dach nun rund 30 Prozent kleiner als ursprünglich geplant wird. Diese Redimensionierung ermöglichte der Verzicht auf eine passive Sonnenspeicherung, die eine metallische Aussenverkleidung verlangt hätte. Zudem werden die Technikräume nicht im Dach sondern im Untergeschoss untergebracht. Das Wesentliche des Projektes sei erhalten geblieben, kommentiert Marc Collomb vom Atelier Cube die Änderungen. Denn immerhin das Innere der Dachkuppel und der Ratssaal blieben unverändert.
 
Die Notwendigkeit, ein modernes Parlament zu bauen, sei auch von den Gegnern nicht bestritten worden, die das Referendum mit 16'300 Unterschriften zustande gebracht hätten, erklärte der Waadtländer Finanzdirektor Pascal Broulis, als er das überarbeitete Projekte präsentierte. Die Kritik habe sich gegen das Dach gerichtet, das sie als zu imposant und im historischen Kern der Stadt Lausanne als Fremdkörper empfänden. - Vor rund zehn Jahren fiel das Parlamentsgebäude in Lausanne einem Brand zum Opfer gefallen ist. Seither tagt die Waadtländer Legislative deshalb in einem Provisorium.
 
 
Wie es mit der „Ziegelpyrymide“ weitergeht, wird das Waadtländer Kantonsparlament voraussichtlich noch dieses Jahr entscheiden. Dabei sind zwei Varianten denkbar: Zum einen könnte das Parlament den ursprünglichen Objektkredit von 15,57 Millionen Franken aufheben und durch einen an das neue Projekt angepassten Kredit von 17 Millionen ersetzen. In diesem Fall müsste erneut das Referendum ergriffen werden, um das Projekt vors Waadtländer Volk zu bringen. Allerdings warnte Broulis aus juristischen Gründen vor dieser Lösung: Es sei demokratischer und juristisch fundierter, die Volksabstimmung vom 3. März aufrecht zu erhalten. Dem Volk werde in der Abstimmungsbroschüre erklärt, was sich gegenüber dem ursprünglichen Projekt seit dem Zustandekommen des Referendums geändert habe und weshalb es neben dem ursprünglichen Objektkredit einem Zusatzkredit von 1,4 Millionen Franken zustimmen solle. (mai)