PJZ Zürich wird fünf Stockwerke hoch

PJZ Zürich wird fünf Stockwerke hoch

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Teaserbild-Quelle: Visualisierungen zvg

In der schier unendlichen Geschichte um das Zürcher Polizei- und Justizzentrum (PJZ) ist ein wichtiges Kapitel abgeschlossen: Die Projektierung ist beendet. Das neue Gebäude wird fünf statt wie ursprünglich geplant vier Stockwerke hoch. Dafür könnte auf einen Ergänzungsbau verzichtet werden.

Mit Baudirektor Markus Kägi (SVP), Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP) und Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) traten am Donnerstag gleich drei Regierungsräte vor die Medien, um über das Ende der Projektierungs-Arbeiten zu informieren. Sie präsentierten ein fertig geschnürtes Paket: Das PJZ, in dem über 30 Standorte von Polizei und Justiz zusammengelegt werden sollen, wird fünf Stockwerke hoch, nicht nur vier, wie ursprünglich geplant. Dafür kann auf einen Ergänzungsbau verzichtet werden. Gestrichen ist dieser allerdings nicht. Weil der Platz bereits vor dem Spatenstich knapp ist, dürfte er mittelfristig dennoch gebaut werden. Das PJZ wurde deshalb so geplant, dass ein weiterer Gebäudeteil modulartig daran gehängt werden könnte.

570-Millionen-Kredit soll eingehalten werden

Wie teuer das PJZ – vorerst ohne Ergänzungsbau – wird, ist noch unklar. "Unser Ziel ist natürlich, den Kredit von 570 Millionen Franken einzuhalten", sagte Kägi. Der Kredit werde nicht erhöht. Änderungen seien aber nie ausgeschlossen. Die definitive Zahl wisse man deswegen erst, wenn das Projekt ausgeschrieben worden sei.

Als nächstes wird nach dem Generalunternehmer gesucht, der die Bauarbeiten ausführen soll. Die Ausschreibung ist für Anfang 2016 geplant. Der Spatenstich soll im vierten Quartal 2016 stattfinden. Läuft alles nach Plan, ist das "Kompetenzzentrum für Kriminalitäts-Bekämpfung" dann im Jahr 2020 einsatzbereit.

Zellenzahl noch unklar

Der Bau auf dem Areal des alten SBB-Güterbahnhofs wird ein Volumen von rund 500 Einfamilienhäusern erreichen. Gebaut werden über 55'000 Quadratmeter Fläche. 57 Prozent davon sind für die Kantonspolizei bestimmt, 15 Prozent für das Polizei- und Justizgefängnis und 11 Prozent für die Staatsanwaltschaften. Der Rest verteilt sich auf andere Abteilungen, darunter etwa die Polizeischule.

Wie viele Gefängniszellen ins PJZ kommen, ist noch unklar. Wie Thomas Manhart, Leiter des Justizvollzugs, an der Pressekonferenz sagte, werden die Bedingungen in der Untersuchungshaft gegenwärtig überprüft. Allenfalls gebe es künftig weniger Zellen und mehr andere Unterbringungsmöglichkeiten. Auslöser dieser Überprüfung war der Suizid der Mutter von Flaach, die ihre Kinder getötet hatte.

Sicherheits-Check für Besucher

Projekt-Delegierter Hans-Rudolf Blöchlinger betonte die Komplexität des Vorhabens mit seinen verschiedenen Nutzungen. Sehr wichtig sei etwa die Eingangszone, in der sich alle Besucher einem Sicherheits-Check stellen und sich registrieren lassen müssen.

Das PJZ wird an 365 Tagen im Jahr während 24 Stunden in Betrieb sein und viele Menschen anziehen. Eine Simulation errechnete Zahlen von über 4000 Besuchern pro Woche und über 600 Einvernahmen. Mehr als 300 Sitzungen und andere Anlässe dürften pro Woche stattfinden.

Kaserne wird nicht komplett frei

Nicht alle Abteilungen werden aber im PJZ untergebracht. Wie bereits im letzten Jahr bekannt wurde, bleibt die Führung der Kantonspolizei bis auf Weiteres in der Polizeikaserne. "Ich verstehe die Enttäuschung der Bevölkerung, der ein freies Kasernen-Areal versprochen wurde", sagte Mario Fehr. Dafür verantwortlich sei aber der Kantonsrat. Schliesslich sei er es gewesen, der das Projekt in einem Umfang zusammengekürzt habe, so dass nicht mehr alle Abteilungen im PJZ Platz finden.

Erste Abstimmung 2003

Das Zürcher Volk stimmte 2003 erstmals über die Zusammenlegung von Polizei und Justiz an einem einzigen Standort ab. Dabei wurde ein Kredit von 490 Millionen Franken bewilligt. In der Detailplanung verteuerte sich das Projekt allerdings auf stolze 700 Millionen. Auf Geheiss des Kantonsrats wurde das Projekt daraufhin auf 570 Millionen abgespeckt. Das Volk entschied in einer zweiten Abstimmung, trotz vielfältiger Probleme am Projekt PJZ festzuhalten. (sda)