Pilotanlage für Herstellung von Solarzellen auf Folien

Pilotanlage für Herstellung von Solarzellen auf Folien

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Seit zehn Jahren tüftelt ein kleines Forscherteam an der Empa in Dübendorf an Dünnschichtsolarzellen auf flexiblen Plastikfolien. Jetzt konnte das Spin-off- Unternehmen Flisom in Niederhasli ZH eine Pilotproduktionsanlage in Betrieb nehmen.

Die Solarfolien werden im Rolle-zu-Rolle-Verfahren hergestellt, das ähnlich wie der Zeitungsdruck funktioniert. Wie das Unternehmen mitteilt, können mit dem Maschinenpark bis zu ein Meter breite Bahnen von Solarfolien hergestellt werden, was bislang nicht möglich war. Die 15-Megawatt-Anlage dient laut Flisom-Chef Ulfert Rühle als eine Art Blaupause für den Aufbau grösserer Produktionsanlagen mit einer Kapazität von über 100 MW. Parallel zur Pilotproduktion werde die Technologie auf dem Empa-Campus in Dübendorf auf einer kleineren Anlage weiter entwickelt. Flisoms Ziel ist es, Module in Grossproduktion für den breiten Markt herzustellen. Damit könnten die dünnen Solarfolien bereits in wenigen Jahren für Photovoltaik-Grossanlagen, auf Dächern, an Fassaden oder tragbaren Geräten verwendet werden. Das mögliche Marktpotenzial schätzt das Unternehmen auf mehrere Milliarden Euro.

Gegründet hat Flisom der gebürtige Inder Ayodhya Tiwari 2005 zusammen mit eiSolanigen ETH-Studenten. Tiwari forscht seit den 80er-Jahren an der „hocheffizienten Dünnschichtsolarzelle“. Empa-Direktor Gian-Luca Bona freut sich, dass die Innovationen der Empa auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, insbesondere jene im Bereich Photovoltatik, erfolgreich an die Industrie weitergegeben werden konnten. Dieses Beispiel zeige die Rolle, welche die Empa als Brückenbauer zwischen Forschung und praktischer Anwendung einnehme.

Die Entwicklung der Folie konnte Dank mehrerer EU-Projekte immer weiter vorangetrieben werden. Investoren steckten über 50 Millionen Franken in die Firma. Neben einem Investor aus der Schweiz beteiligt sich auch das im Bereich die indische Tata Group, die auch im Bereich der erneuerbaren Energien tätig ist. -  Die Zahl der Mitarbeitenden bei Flisom stieg in etwas mehr als anderthalb Jahren von 15 auf 55. (mai/sda)

Mehr zum Thema erfahren Sie im Artikel Biegesame Solarzellen und LED zum Ausdrucken vom 19. März 2015.