Physiker realisieren Laserschwerter

Physiker realisieren Laserschwerter

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: pasukaru76, flickr, CC
Gut möglich, dass Laserschwerter eines Tages mehr als Fiktion sind: Amerikanische Wissenschaftler haben einen Weg gefunden, die Waffen aus „Star Wars“ Wirklichkeit werden zu lassen.
 
pasukaru76, flickr, CC
Quelle: 
pasukaru76, flickr, CC
Was der Spielzeug-Meister-Yoda in der Hand hält, könnte bald mehr als nur neonfarbiger Kunststoff sein.
 
Seit 1977 der erste Teil der „Star Wars“-Saga über die Leinwände flimmerte, hat die Frage nach der Möglichkeit der Herstellung von Lichtschwertern nicht nur Fans fasziniert. Immer wieder haben sich auch Experten aus der Forschung mit diesem Thema auseinandergesetzt, ohne Erfolg.
 
Nun haben Physiker aber der Harvard University und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) herausgefunden, wie die Lichtwerter aus der Weltraumsaga realisiert werden können. Dabei werden Photonen zu einer neuen Art von Molekül verbunden, die sich physikalisch gesehen genauso verhalten wie die tödlichen Klingen aus Licht. „Die meisten Eigenschaften von Licht, die wir kennen, haben ihren Ursprung in der Tatsache, dass Photonen keine Masse besitzen und nicht interagieren“, erklärt Mikhail Lukin, Physik-Professor an der Harvard University. Dieses Problem hat er mit seinen Kollegen mit einem kreativen Ansatz gelöst: „Wir schufen eine spezielle Art von Medium, in dem auch Photonen untereinander so stark interagieren, dass sie sich verhalten, als hätten sie eine Masse und sich miteinander verbinden, um Moleküle zu formen.“

Ein Nebenprodukt

Wie Lukin und seine Kollegen vom MIT erklären, hatten  nicht von Anfang an das Ziel gesetzt, mit ihren wissenschaftlichen Projekten George Lucas’ Vision von Laserschwertern Realität werden zu lassen. Wie ein Laserschwert funktioniere, sei eher als "zufälliges Nebenprodukt" entdeckt worden, so der Physiker. Eigentlich gehe es im Zuge des betreffenden Projekts nämlich um die allgemeine Erforschung der Eigenschaften und des Verhaltens von Laserstrahlen und Lichtimpulsen. „Es ist nicht weit hergeholt, wenn wir die besonderen Eigenschaften der neuen Moleküle mit Lichtschwertern nebeneinander stellen“, sagt Lukin im Zusammenhang mit der Diskussion um die Star-Wars-Waffen. „Wenn sich diese Photonen voneinander abstossen und anziehen, ist das, was aus Sicht der Physik in den Molekülen passiert, ähnlich dem, was wir aus den Filmen kennen.“ (mai/pd)