Peter Zumthors „Seerose“ für Los Angeles

Peter Zumthors „Seerose“ für Los Angeles

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Los Angeles soll eine riesige, gläserne „Seerose“ erhalten. Oder vielmehr einen extravaganten Museumsneubau: Peter Zumthor hat für das Los Angeles County Museum of Art (LACMA) ein Gebäude mit geschwungenen Formen entworfen.
 
 
Seit sechs Jahren arbeitet Peter Zumthor an einem Mammutprojekt: am Neubau des Los Angeles County Museum of Art (LACMA). Das voraussichtlich rund 650 Millionen Dollar teure Bauwerk besteht hauptsächlich aus Glas, ebenso das Dach, auf dem der Architekt Solarpanels installieren will. Sie sollen mehr Strom produzieren, als das Museum effektiv braucht. Das besondere an dem künftigen Museum ist aber seine geschwungene unregelmässige Form, die aussieht wie ein hingeworfener Farbspritzer. Zumthor sieht das anders, er vergleicht sie mit einer Seerose. Allerdings schwimmt die Seerose nicht, sondern schwebt vielmehr, weil das Gebäude auf acht Baukörpern zu liegen kommt.
 
Laut Medienmitteilung des LACMA soll der Neubau die Ausstellungsstätte in ein „Dorf“ aus geschwungenen Glasstrukturen verwandeln. Die Ausstellungsräume sind so konzipiert, dass Kunstwerke auch von der Strasse aus zu sehen sind. „Dahinter steckt die Idee, dass das Museum für seine Besucher leicht zugänglich sein soll“, erklärt LACMA-Direktor Michael Govan gegenüber der Online-Ausgabe des „Wall Street Journal“. So verfügt das Museum denn auch nicht über einen einzigen Haupteingang, Besucher gelangen über die Baukörper, welche die „Seerose“ tragen in ihr Inneres. Kommenden Sonntag startet im LACMA eine Ausstellung, die den Neubau und seinen Architekten vorstellt.
 
Nun bleibt zu hoffen, dass Zumthors Pläne nicht dasselbe Schicksal ereilen wie diejenigen seines Vorgängers: Rem Koohlhaas scheiterte vor allem an den hohen Kosten. Zudem müssen dem Museumsneubau vier der acht Gebäude des LACMA geopfert werden. Dies geschah allerdings, bevor Govan sein Amt antrat. Dennoch sorgt sich er um die „Seerose“. „Kulturelle Projekte diesen Ausmasses wurden hier einfach nicht besonders oft realisiert“, so Govan. Es sei untertrieben zu behaupten, dass Govan besorgt sei, schreibt das „Wall Street Journal“. Das zeigt sich wohl daran, dass Govan äusserst intensiv Medienarbeit für sein Projekt betreibt. Zudem erklärt er, dass Zumthors Design nicht in Stein gemeisselt sei und dass die Öffentlichkeit genügend Möglichkeiten erhält, sich einzubringen. Daneben betreibt er auch mit der Ausstellung PR für den Neubau. Schliesslich widmet er einen ganzen Bereich der kommenden Ausstellung dem Thema „Wie finanzielle Restriktionen, politische Kompromisse und unrealisierte Pläne die Architektur, Ästhetik und die Präsentation der Ausstellungen das LACMA beeinflusst haben“. (mai)