Permafrost in den Schweizer Alpen erwärmt sich weiter

Permafrost in den Schweizer Alpen erwärmt sich weiter

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Jeannette Noetzli, Permos

Der Permafrost erwärmt sich weiter. Das zeigen neueste Daten des Schweizer Permafrostmessnetzes (Permos). Die Experten des Permos gehen davon aus, dass langfristig von steigenden Bodentemperaturen und einem langsamen aber stetigen Auftauen des Permafrostes ausgegangen werden muss – auch wenn sich der Grund 2016 weniger stark als auch schon erwärmt hat.

Obwohl die Temperaturen 2016 weniger hoch waren als im Vorjahr, ändert dies nichts an der fortschreitenden Erwärmung des Permafrostes. Zwar konnte der Grund vergangenes Jahr, da wegen des milden Spätsommers und Herbstes lange keine isolierende Schneedecke vorhanden war, etwas auskühlen. Aber in zehn bis zwanzig Metern Tiefe wurden weiterhin steigende Permafrosttemperaturen festgestellt. Wie weiter aus einer Mitteilung der Schweizer Akademien der Wissenschaften hervorgeht, registrierte Permos vielerorts gar neue Höchstwerte, seit Beginn der Messungen vor 10 bis 25 Jahren. Dies gilt etwa für den Gipfel des Stockhorns bei Zermatt auf 3400 Metern Höhe: Hier stieg die Bodentemperatur von minus 2.6 Grad auf minus 2 Grad an.

Und so bewegen sich denn auch Blockgletscher nach wie vor relativ schnell talwärts, im 2016 rutschten sie vielerorts mehrere Meter weit. Blockgletscher sind aus meist groben Gesteinsblöcken bestehende Landformen mit einem hohen Anteil an Eis.

Zudem halten die Schweizer Akademien der Wissenschaften fest, dass der Temperaturanstieg in der Tiefe deutlich stärker ausgeprägt ist, als an der Bodenoberfläche. Somit dürften sich langfristig steigende Bodentemperaturen bemerkbar machen und den Permafrost langsam aber stetig tauen lassen. (mai)