Permafrost bedroht Alaska Highway

Permafrost bedroht Alaska Highway

Gefäss: 

Der Alaska Highway leidet teils massiv unter dem schwindenden Permafrost. Ob sie sich der legendäre Verkehrsweg für die kommenden Jahrzehnte erhalten lässt, scheint angesichts steigender Temperaturen nicht ganz klar.

Gletscherseen, endlos scheinende Wälder und raues Gebirge – der Alaska Highway führt durch einsame Landschaften über eine Strecke von knapp 2300 Kilometern, vom kanadischen Dawson Creek bis weit hinauf in den Norden nach Delta Junction in den US-Bundesstaat Alaska. Die legendäre Strasse zieht alljährlich Touristen auf der Suche nach grandiosen Ausblicken und Abenteuern an. Gleichzeitig ist der Verkehrsweg eine wichtige Lebensader für das zu einem grossen Teil sehr spärlich besiedelte Gebiet.

Erbaut wurde der Highway in gerade Mal sieben Monaten von der US-Armee: Als die Japaner 1941 Pearl Harbor angriffen, war schnell klar, dass man für den Fall einer Invasion Japans eine solche Verbindung in den Norden Richtung Pazifik brauchte. Wenige Monate später starteten die Bauarbeiten, nachdem die Vereinigten Staaten mit Kanada ein bilaterales Wegrechtsabkommen geschlossen hatten. Während Jahrzehnten galt der Highway als ingenieurtechnisches Vorzeigeprojekt. Und seit 1995 ist er in der Liste of Historic Civil Engineering Landmarks aufgeführt.

Doch nun droht der wegen der steigenden Temperaturen tauende Permafrost das Baudenkmal zu zerstören. Der Asphalt wellt und wölbt sich, riesige Risse klaffen im Strassenbelag. „Es ist das grösste Problem, das wir haben“ sagte dazu Jeff Currey, für die nördliche Region des Bundesstaats zuständiger Ingenieur bei Transportbehörde Alaskas, gegenüber dem Online-Newsportal bloomberg.com. „Die Römer bauten vor 2000 Jahren Strassen, die noch heute benutzt werden. Wir haben hingegen Strassen errichtet, die innerhalb von ein bis zwei Jahren wie eine Achterbahn aussehen, wenn sie nicht unterhalten werden, weil sie auf instabilem Permafrostboden liegen.“  In der Region sind so wenige Strassen vorhanden, dass laut Currey auf keine einzige verzichtet werden kann. „Somit ist jede kritisch.“

Ob sich das Problem lösen lässt, dürfte fraglich sein. Denn ist es über dem Grund nicht mehr als ein Grad wärmer als unter dem Boden, funktionieren Massnahmen wie etwa eine zusätzliche Isolation des Strassenbelags oder der Einbau von Thermosifonsystemen um den Boden vor allzu viel Wärme zu schützen. Sind die Temperaturen höher, bringen solche Aktionen nichts mehr. – Gut möglich, dass es völlig neuartige Lösungen braucht: Beim Umweltprogramm der Vereinten Nationen geht man davon aus, dass sich die Auftautiefe bei Permafrostböden bis ins Jahr 2080 um 30 bis 50 Prozent erhöht haben wird. (mai)