Ostumfahrung Suhr: Kanton Aargau muss Projekt optimieren

Ostumfahrung Suhr: Kanton Aargau muss Projekt optimieren

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Sage und schreibe 15 Jahre alt ist das aktuelle Projekt für die Ostumfahrung im aargauischen Suhr. Da es den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt, ist eine Optimierung angesagt, die der Kanton Aargau nun an die Hand genommen hat.

Im Jahr 2001 hat man für die staugeplagte Gemeinde Suhr im Kanton Aargau ein generelles Projekt für die Ostumfahrung ausgearbeitet, das 2003 in den Richtplan aufgenommen wurde. Viel passiert ist seither nicht. Derweil versank die Gemeinde Jahr für Jahr weiter und weiter im Stau. Letztes Jahr dann nannte der Regierungsrat eine Zahl für den Baubeginn, nachdem via Interpellation seitens FDP-Grossrätin Maja Riniker Druck gemacht worden war. 2021 sollte der Startschuss fallen. Oder 2023, je nach Einsprachen.

Von der Zeit eingeholt

Nun hat man im Kanton gemerkt, dass das aktuelle Projekt den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt, heisst es in einer Mitteilung. Kein Wunder, 15 Jahre sind ja auch eine lange Zeit. Die Rahmenbedingungen hätten sich gewandelt; der Strassenverkehr habe stark zugenommen, und auch im Bahnverkehr sei es durch die Taktverdichtung der SBB und der WSB (Wynental- und Suhrentalbahn) zu mehr Behinderungen bei den Bahnübergängen gekommen. „Ausserdem erschweren neue Ansprüche an die Siedlungs- und Raumentwicklung (Innenentwicklung), den Landschaftsschutz (Fruchtfolgeflächen, Naherholungsgebiet) und den Lärmschutz die Umsetzung des Projekts“, heisst es weiter. Ja, und auch die Gesetzte haben sich in den letzten 15 Jahren geändert, ebenso gibt es andere Projekte, die die Ostumfahrung beeinflussen. Nicht zuletzt wären die Kosten von 85 Millionen Franken zu gross im Verhältnis zum Nutzen. Wie der Kanton schreibt, würden die Verkehrsbelastungen im Zentrum von Suhr nämlich nur gerade um einen Drittel reduziert werden. Und da wäre auch noch die angedachte Südumfahrung, die wie die Ostumfahrung auch im kantonalen Richtplan eingetragen ist. „Aus der im Jahr 2013 erarbeiteten Netzstrategie hat sich gezeigt, dass eine Verbindung der Ostumfahrung mit einer späteren Südumfahrung die beste Entlastungswirkung für Suhr ergibt“, schreibt der Kanton hierzu.

Weitere Jahre warten

Aus all diesen Gründen wird das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) zusammen mit den betroffenen Gemeinden eine „optimierte Variante“ für eine neue Linienführung der Ostumfahrung prüfen. Im Vordergrund stünden dabei Varianten ohne Querung der Autobahn und mit einer sinnvollen Verbindung zu einer Südumfahrung. Bis im Mai soll die beste Lösung verabschiedet werden, auf dessen Basis dann das generelle Projekt – das neue – erarbeitet wird. 2019 könnte es in die Vernehmlassung gehen, bevor der Grosse Rat entscheidet. Hat dann dereinst die Auflage stattgefunden und sind das Bewilligungsverfahren sowie die Ausschreibung abgeschlossen, könnte im fernen Jahr 2022 mit dem Bau der Ostumfahrung begonnen werden.

Hoffentlich haben sich bis dahin die Rahmenbedingungen nicht wieder grundlegend verändert… (mt/pd)