Oskar-Bider-Hangar wird ein Museum

Oskar-Bider-Hangar wird ein Museum

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle:
Zieht von Belp ins Baselbiet: der Oskar-Bider-Hangar. (Sandstein - Eigenes Werk, CC BY 3.0, Wikimedia Commons)

Stolze 87 Jahre alt ist der Oskar-Bider-Hangar des 1929 eröffneten Flugplatzes Bern-Belpmoos. Nun soll er sorgfältig zerlegt und in der Gemeinde Langenbruck BL wieder aufgebaut werden. Hier ist er allerdings nicht als Unterstand für Flugzeuge gedacht, sondern als Museum über Flugpionier Oskar Bider.

Zieht von Belp ins Baselbiet: der Oskar-Bider-Hangar. (Sandstein - Eigenes Werk, CC BY 3.0, Wikimedia Commons)

Das leuchtend rote Gebäude auf dem Belpmoos besteht aus einer Bogenbinderkonstruktion nach dem System Montmollin-Meyenburg und gilt als schönes Beispiel für die Schweizer Ingenieurskunst der Zwischenkriegszeit. Obwohl 2000 unter Denkmalschutz gestellt, wurde im Zusammenhang mit Platz- und Ausbauproblemen des Flugplatzes immer wieder sein Abbruch erwogen. Es ist das Verdienst der eigens für den Erhalt dieses Gebäudes gegründeten „Interessengemeinschaft Bider Hangar“, dass es aber nie soweit gekommen ist. Allerdings hat sich die IG vor Kurzem aufgelöst, unter anderem wegen einer unsicheren Finanzlage und weil nicht klar war, ob sich das Vorhaben der IG – den Hangar an einen anderen Standort auf dem Flughafen zu „zügeln“, damit er wieder als Fluzeugunterstand genutzt werden kann – überhaupt umsetzen lässt.

Nun konnte für den Erhalt der filigranen Leichtbaukonstruktion eine Lösung gefunden werden. Das Gebäude soll sorgfältig zerlegt, nach denkmalpflegerischen Vorgaben neu beplankt und wieder aufgebaut werden. Neuer Standort ist Langenbruck im Baselbiet, der Geburtsort des Schweizer Flugpioniers Oskar Bider (1891-1919). Laut Architekturhistoriker Christoph Schläppi, Vizepräsident der IG Bider Hangar, war das planerische und betriebliche Umfeld für den Erhalt des Denkmals auf dem Belpmoos ungünstig. Er sieht jedoch für das Museumsprojekt eine echte Chance für eine gesicherte Zukunft des Baudenkmals.

Ein Pilot der ersten Stunde

Die Gemeinde Langenbruck plant im Ort ein neues Oskar-Bider-Museum im Gedenken an ihren Sohn und möchte dafür den Berner Hangar nutzen. Mit der Erstüberquerung der Pyrenäen und der Alpen trug sich Bider in die Annalen der Aviatikgeschichte ein. Als Chefpilot der schweizerischen Fliegertruppen und Mitbegründer der ersten Schweizer Fluggesellschaft Ad Astra gehörte er zu den wichtigsten Pionieren der Schweizer Luftfahrt. 1919 verunglückte Bider bei einem Akrobatikflug tödlich. Zum Gedenken an seine Leistungen wurde 1929 der erste Hangar des neuen Berner Flugplatzes nach ihm benannt.

Für das Versetzungsprojekt eines denkmalgeschützten Gebäudes von einem Kanton in einen anderen Kanton ist laut Langenbrucks Gemeindeschreiber Christian Burkhardt mit einem Aufwand von zwei Millionen Franken für Rückbau, Versetzung, Wiederaufbau, Instandstellung und Bau des neuen Oskar Bider Museums zu rechnen. Zurzeit ist ein privates Organisationskomitee unter Leitung des Langenbrucker Gemeindepräsident Hector Herzig daran, die benötigten Mittel beizubringen. Bei positivem Verlauf wird mit kann der Hangar im Verlauf der kommenden zwei Jahre an seinen neuen Standort gebracht werden. (mai)

Weiter Informationen zum Oskar-Bider-Hangar:  http://www.biderhangar.ch/home.htm