Nur für Schwindelfreie

Nur für Schwindelfreie

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Teaserbild-Quelle: zvg
Mitten in der Altstadt Barcelonas ist ein 100 Meter hoher Hotelturm für Rucksacktouristen geplant. Während die einen Architekten von einem Kletterdisneyland träumen, schlagen andere luftige Schlafkapseln vor.
 
 
Wahrscheinlich einen der skurrilsten Beiträge im internationalen Wettbewerb für die Herberge lieferte das polnische Büro UGO Architecture: Die Architekten schlugen einen Turm aus lokalem Gestein vor, der von aussen wie ein säulenartiger Berg aussieht. Die Fassade hat mehr mit einer begrünten Felswand, die auch Vögeln Lebensraum bieten soll, zu tun als mit Architektur. Schliesslich soll die wilde Aussenhülle Kletterbegeisterte animieren, die Skyline der katalanischen Hauptstadt aus der Senkrechten zu erkunden oder dort gar im Portaledge zu übernachten. Wer nicht fit genug für ein solch urbanes Kletterabenteuer ist, kann dem Sport im Innern des Baus frönen. Dort finden sich Klettermöglichkeiten für Anfänger. Ausserdem beherbergt das felsige Gebilde ein Hotel mit 50 Zimmern, Schwimmbecken, einen Spa-Bereich, Läden, ein Kino und Restaurants. Auf der Spitze des Turms lädt eine Aussichtsplattform zum bewundern der Stadt von oben ein.
 
„Wir hoffen, die Herberge wird dereinst zum Symbol Barcelonas wie es der Ayers Rock für Australien ist“, schrieben die Architekten in ihrer Dokumentation. Immerhin liessen sie sich auch von Felsen inspirieren: von Montserrat, dem Sandsteingebirge im Hinterland Barcelonas. Trotz dieses hehren Ziels schaffte es der Entwurf von UGO Architecture aber nicht in die ersten Ränge.
 
Denn die Jury entschied sich in diesen Tagen für ein völlig gegensätzliches, wenn auch nicht minder ausgefallenes Gebilde: für den Vorschlag „The Hanging Cloud“ (hängende Wolke) eines Teams von Architekturstudenten der University of Sydney. Sie planten eine filigrane Konstruktion. Der Turm besteht aus leichten, hängenden Elementen. Laut den angehenden Architekten bieten diese eine „prickelnde und unverwechselbare Raumerfahrung“. Das heisst: Übernachtet wird in hängenden Schlafkapseln, die den Gästen ermöglichen „alle Elemente vertikalen Lebens zu erfahren“. Die meisten übrigen Hotelbereiche sind ebenfalls in Kapseln untergebracht. Im Fuss des Turms ist eine Bar und ein Kino vorgesehen, auf dem Dach soll ebenfalls eine Aussichtsplattform zum Verweilen einladen. (mai)
 
 
Luftiges Hotel: das Siegerprojekt.
 
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