Noch eine Querung des Genfersees

Noch eine Querung des Genfersees

Gefäss: 

Obwohl die Genfer Stimmberechtigten der SVP-Initiative für einen Strassentunnel unter dem Hafenbecken hindurch – die „traversée de la rade" –  im September eine Abfuhr erteilt haben, kommt es dieses Jahr zu einer weiteren Abstimmung über eine Querung des Seebeckens.  FDP und CVP haben heute ihre Volksinitiative für eine „traversée du lac“ eingereicht, sie soll weiter draussen im See zu stehen kommen als die „traversée de la rade“.

Die „traversée du lac“ soll die notorisch verstopften Strassen der Rhonestadt entlasten und zugleich die Umfahrung von Genf fertigstellen. Auch deshalb hofft der Kanton auf Beiträge vom Bund. Die Eidgenossenschaft zeigte sich bisher aber eher zurückhaltend und erachtete ein solches Projekt als nicht prioritär. Dies will die mit 11'701 Unterschriften eingereichte Initiative ändern. Mit dem Volksbegehren soll die grundsätzliche Frage einer Strassenverbindung über oder unter dem Genfersee geklärt werden, nicht aber dessen Finanzierung oder die genaue Ausgestaltung.

Ein Ja des Genfer Stimmvolks wäre ein klares Signal an Bern, so die Initianten von FDP und CVP am. Sie werden unter anderem von den Grünliberalen, der Piratenpartei und den beiden Automobilverbänden TCS und ACS unterstützt. Auch die Genfer Kantonsregierung äusserte Mitte Oktober die Absicht, bis 2030 eine Seequerung mittels Brücke oder Tunnel zu bauen. Die Kosten werden auf drei Milliarden Franken geschätzt. (mai/sda)