Noch blüht das Geschäft

Noch blüht das Geschäft

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Die Planungsbüros beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage fast ausschliesslich als befriedigend oder gut. Dies ergab die jüngste Umfrage der ETH-Konjunkturforschungsstelle (KOF) im Auftrag des SIA. Für die kommenden Monate erwarten die meisten Büros eine Stagnation auf hohem Niveau oder – wie im Fall der Gebäudetechnikingenieure – eine leichte Verschlechterung.
 
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Während das Geschäft bei den Architekturbüros gedeiht und blüht, sind vor allem die Gebäudetechnikingenieure mit einer Verschlechterung in den kommenden Monaten.
 
Für die kommenden sechs Monate rechnen über 80 Prozent der befragten Firmen nicht damit, dass sich die Geschäftslage verändert. Sie gehen von einer stabilen Entwicklung aus. Dies ergab eine Umfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH vom Januar, an der 739 Schweizer Planungsbüros teilnahmen.
 
Knapp drei Viertel der Unternehmen gaben an, dass sich die hohe Nachfrage nach ihren Dienstleistungen in den letzten drei Monaten kaum verändert hat, und rechnen damit, dass es auch während der nächsten drei Monate so bleibt. Ähnliches ergibt sich für die erbrachten Leistungen: Rund 15 Prozent der Büros konnten im letzten Quartal neue Mitarbeiter einstellen, fünf Prozent mussten Kündigungen aussprechen. Für die kommenden drei Monate wird nur noch eine leichte Zunahme der Beschäftigung erwartet.
 
Die Auftragsbestände haben nochmals zugelegt, sodass die Planungsbüros im Durchschnitt schon jetzt bis Ende 2012 ausgelastet sind. Die befragten Firmen bezeichnen fehlende qualifizierte Arbeitskräften als grösstes Hemmnis, allerdings geben im Vergleich zu Mitte 2011 nun weniger als die Hälfte der Unternehmen an, dass sie unter einem Mangel an gut ausgebildetem Personal leiden.
 
Die Aufträge für Renovierungs- und Erneuerungstätigkeiten haben im Jahresvergleich deutlich zugelegt und machen nun einen Drittel des Auftragsbestandes aus. Nur leicht zugenommen haben die Bausummen im Wohnungsbau. Und ein markanter Anteil an Firmen vermeldete abnehmende Bausummen im industriell-gewerblichen Bau, der deutlich unter der sich verschlechternden gesamtwirtschaftlichen Situation leidet. Der öffentliche Bau habe sich hingegen eher freundlich entwickelt, so der SIA in seiner Medienmitteilung. (mai/mgt)
 

Architektur- und Ingenieurbüros

Architekturbüros: Rekordverdächtig ausgelastet

Die Architekten könnten auf ein Jahr mit hervorragender Geschäftslage zurückblicken, auch die nächsten Monate sähen freundlich aus, teilt der SIA mit. Die Nachfrage und die Leistung in den nächsten drei Monaten scheinen sich für vier Fünftel der Architekten auf hohem Niveau zu stabilisieren. Die Zahl der Beschäftigten dürfte sich laut KOF-Umfrage leicht erhöhen. Zunehmen dürfte auch der Auftragsbestand, sodass die Architekturbüros durchschnittlich für rekordverdächtige 13 Monate im Voraus ausgelastet sind. Zudem beobachtet gut ein Drittel der Architekten steigende Bausummen im Wohnungsbau. Rückläufig vermelden die Architekten die Lage im industriell-gewerblichen Bau, dies gilt vor allem für den Monat Januar.
 

Ingenieurbüros: Stagnation auf hohem Niveau

Von den Ingenieurbüros verzeichnen zwar 70 Prozent eine gute, aktuelle Geschäftslage, aber die meisten rechnen mit einer Stagnation auf hohem Niveau oder gar einer leichten Verschlechterung. Auffallend sei insbesondere der sich „eintrübende Ausblick“ der Gebäudetechnikingenieure, stellt der SIA in fest. Waren die Gebäudetechnikingenieurbüros in der Vergangenheit optimistischer als andere Büros, so ist nun der Geschäftsausblick auch was Nachfrage und Leistung betrifft, deutlich ins Negative gekippt.
 
Zwar habe die Beschäftigung insgesamt in einigen Ingenieurbüros während der vergangenen drei Monate nochmals zugenommen, aufgrund des unsicheren Ausblicks wird sie sich kaum erhöhen. Positiv sei der weiterhin hohe Auftragsbestand, ist in der Mitteilung zu lesen. Die Unternehmen sind für die kommenden zehn Monate ausgelastet. Allerdings bauen die Gebäudetechnikbüros ihren Auftragsbestand langsam ab. Gaben sie Mitte letzten Jahres noch an, für die nächsten 13 Monate ausgelastet zu sein, so sind sie dies nun nur noch für die nächsten elf Monate. Gleichzeitig leiden zurzeit nur zwei Drittel unter Engpässen im Personalbereich, während 2011 beinahe allen Firmen Fachkräfte fehlten. Die Ingenieurbüros insgesamt verzeichnen eine Stagnation der Wohnbau-Bausummen auf hohem Niveau und einen leichten Rückgang im industriell-gewerblichen Bau. Lediglich für den öffentlichen Bau stellen sie erhöhte Bausummen fest. (mai/mgt)