Nicht nur dünne, auch frische Luft

Nicht nur dünne, auch frische Luft

Gefäss: 
Das Lüftungsdispositiv im Swiss Prime Tower ist mehrschichtig und komplex – und damit eine besondere Herausforderung auch für die Alpiq InTec Ost AG, die für die Frischluftversorgung am höchsten Bauwerk der Schweiz beigezogen wurde.
 
Die Alpiq InTec Ost AG (AIT) erhielt 2009 von der Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site den Auftrag, das höchste Bürogebäude der Schweiz – mit einer Nutzfläche von 40 000 Quadratmetern – mit frischer Luft zu versorgen. Um auf 36 Etagen Frischluft zu- und wieder abzuführen, entwickelte der Auftragnehmer ein ausgeklügeltes System, bei dem die eigentliche Herausforderung darin bestand, im Brandfall die Fluchtwege rauchfrei zu halten. Ausserdem verfügt der höchste Schweizer auch noch über eine spezielle Besonderheit: Jedes zweite Fenster kann ausgestellt werden, was eine individuelle, natürliche Lüftung möglich macht. AIT-Projektleiter Quoc Minh Ly und sein Team leisteten Massarbeit. Die Lüftungszentrale wurde aufgeteilt. Vom Untergeschoss aus versorgen vier Monoblöcke die Stockwerke eins bis siebzehn. Von der 35. Etage aus steuern zwei weitere Anlageblöcke die Luftzufuhr bis zur 18. Etage. Die Luft wird durch einen Schacht in jedes Stockwerk geleitet und dann über Schläuche in die Büroetagen geführt. Die verbrauchte Luft wird den Räumen durch Absaugsysteme wieder entnommen. Beim ganzen System wurden auch Leistungsreserven für die Lüftung und Kühlung in Sitzungszimmern und stark belasteten Räumen eingeplant. Eine weitere besondere Herausforderung waren die Planung und der Einbau des Druckbelüftungssystems, das im Brandfall die Treppenhäuser für die Flucht rauchfrei hält. «Dabei waren die besonders strenge Zertifi-zierung und die Dimension einzigartig», erinnert sich der Projektleiter.

Zertifiziertes Energiekonzept

Nebst dem Lüftungskonzept verfügt der Swiss Prime Tower auch über ein hervorragendes Energiekonzept. Etliche Wärmepumpen nutzen die erhöhte Temperatur des Grundwassers. Ausserdem wird die Abwärme des Gebäudes und der Kältemaschinen genutzt. Die Wärme-Kälte-Kopplung ist mit Wärme- und Eis-speichern versehen. An sich ergibt sich dadurch ein fast autarker Gebäudekomplex. Sollte es trotzdem zu einem Restwärmebedarf kommen, wird dieser durch Fernwärme gedeckt. Dank diesem Energiekonzept erhielt der Swiss Prime Tower das LEED-Zertifikat in Gold, das Minergie-Zertifikat und das Greenproperty-Label. (mgt/as)